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„Wir haben Zeitdruck“

Familienzusammenführung „Wir haben Zeitdruck“

Allmählich läuft die Zeit weg: Noch bis Montag, 23. Januar, hoffen ehrenamtliche Flüchtlingshelfer auf Spenden, um dem Syrer Tarek A. eine Familienzusammenführung zu ermöglichen. Seine Angehörigen sitzen in der Türkei fest. Die Pässe zur Ausreise zu beschaffen, kostet allerdings viel Geld.

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Göttingen. A.s Frau und seine vier Kinder leben derzeit in der Türkei, die Flucht über das Mittelmeer wollte der Syrer aus Aleppo ihnen ersparen. „Die Reise ist gefährlich“, hatte er seine Entscheidung schon im Juli begründet. Damals hatten Ehrenamtliche begonnen, Spenden für die Beschaffung von Unterlagen zu sammeln. Denn ohne Ausweise hilft A. auch sein Rechtsanspruch auf eine Familienzusammenführung nicht.

Info

Informationen zum Spendenaufruf bekommen Sie im Internet auf refugee-network-goettingen.de oder per E-Mail an Spenden@refugee-network-goettingen.de.

Nun bangt A., dass sich die Entscheidung weiter verzögert: „Wir haben gut die Hälfte des Geldes zusammen“, sagt zwar Sascha Schießl vom „Refugee Network Göttingen“, dem Verein, der die Spenden verwaltet. Wenn die Frist verstreiche, sei unklar, wie es weitergeht - möglicherweise verzögert sich das Verfahren erneut um Monate.

Für A. und seine Unterstützer ist das schwer auszuhalten: Weil er schwerbehindert ist, habe er kaum Möglichkeiten, dass Geld selbst aufzutreiben, schildert die Ehrenamtliche Susann Prager. Zudem überweist A. ohnehin jeden Monat Geld an seine Familie. Weil Schießl zufolge die Hilfen der Regierung für Flüchtlinge in der Türkei nicht ausreichen, sagt er: „Tarek muss die ganze Familie unterstützen und hat kaum eigene Mittel.“

Nach derzeitigem Stand müssen rund 3.000 Euro zwar bis zum 23. Januar bezahlt werden, aber Schießl hofft, dass sich die Frist Tage verlängern lässt. Bisher hat sein Verein zwei Familienzusammenführungen möglich gemacht - damals seien Freudentränen geflossen, erzählt Schießl. Doch jetzt gelte: „Wir haben Zeitdruck“. hö

Familienzusammenführung

Eine Anerkennung als Flüchtling vorausgesetzt, haben Geflüchtete die Möglichkeit, ihre engsten Angehörigen nach Deutschland zu holen - auf legalem Wege und ohne Schlepper. Weil Botschaften und offizielle Stellen überlastet sind, kommt es dabei aber für Flüchtlinge im Nahen Osten und besonders in der Türkei immer wieder zu Verzögerungen. Zugleich fehlen Antragesstellern oft Unterlagen wie Pässe, die für eine Familienzusammenführung notwendig sind.

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