Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Farbenfrohe Häkelkunst am Neuen Rathaus

Göttingen Farbenfrohe Häkelkunst am Neuen Rathaus

Göttingens wohl bekannteste Hobby-Häklerin hat wieder zugeschlagen: Nachdem Marion Baumann kurz vor Weihnachten dem Kandelaber vor dem Deutschen Theater ein wärmendes Adventskleid verpasste und dann die Poller an der Lokhalle umgarnte, verzierte sie gestern die Skulptur „Verbundenheit“ vor dem Neuen Rathaus.

Voriger Artikel
Anbau für IGS Bovenden schon ab Herbstferien
Nächster Artikel
Mit Haken und Faden

Knallbunt: Marion Baumann verziert mit ihrer Häkelkunst eine Skulptur vor dem Neuen Rathaus in Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Die bronzenen Männerfiguren, die einander überkreuz die Hand reichen, tragen jetzt gehäkelte Hosen, Stulpen und Sonnenbrillen. „Die frieren doch jetzt schon seit mehr als 31 Jahren und können gut was zum Anziehen gebrauchen“, sagte Baumann gestern und freute sich diebisch über ihre neue „gelungene Aktion“.

Die Stadt reagierte indes verhaltener. Bereits nach kurzer Zeit sei ein Mann vom Ordnungsamt erschienen und habe sie gefragt, ob sie einen Antrag gestellt hätte, sagte Baumann. Das habe sie verneint. Daraufhin habe er sie gebeten, ihre Aktion abzubrechen. Erst nach einigem Lavieren und Vorsprechen beim Fachdienst Kultur habe man ihr erlaubt, weiterzumachen. Das bestätigte Stadtsprecher Detlef Johannson. Man habe entschieden, dass das Werk nun eine Woche so bleiben dürfe. „Wenn jemand aber etwas verschmutzt oder abreißt, sodass das Gesamtbild getrübt ist – von Gesamtkunstwerk will ich hier nicht sprechen –, muss alles wieder runter“, sagte er. Das sieht auch Baumann ein. „Dann mache ich es sofort wieder ab“, sagte die 48-jährige Geografin und Baubiologin, deren Aktion polarisiert.

„Wir waren schon sehr überrascht“, wunderte sich Hilmar Beck vom Fachdienst Kultur, der es etwas „unglücklich“ findet, dass Baumann ihr Vorhaben nicht vorher angemeldet hatte. Immerhin verfremde sie ein anderes Kunstwerk und berühre damit die künstlerischen Eigentumsrechte. Dieses liege hier zwar bei der Stadt, weil die Bronzeskulptur aus dem Jahr 1979 des inzwischen verstorbenen Mündener Bildhauers Heinz Detlef Wüpper ein Geschenk der Gothaer Versicherung an die Stadt sei. „Aber andere Künstler wollen da sicherlich vorher gefragt werden.“ Daher habe man vorsichtshalber auch den Sohn Wüppers informiert. Der habe mit der Aktion aber keine Probleme.

Also können sich die Göttinger weiter an dem Farbtupfer vor dem grauen Neuen Rathaus erfreuen. Viele Menschen seien begeistert gewesen, erzählte Baumann. „Die fanden das alle total klasse.“ Daher will sie auch in Zukunft „Farbe in den öffentlichen Raum bringen“. Verraten will sie aber noch nichts. „Lassen Sie sich überraschen, ich habe schon wieder einige Objekte im Visier.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kommentar

Häkeln ist eine schöne Beschäftigung. Topflappen kann man so herstellen und Hüllen für Toilettenpapier auf der Hutablage im Auto.

  • Kommentare
mehr
Anzeigenspezial
Die Bilder der Woche vom 18. bis 24. November
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt