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Frankreichs erste Touristenstadt und das Huhn im Topf

Pau: 84 000-Einwohner-Stadt Frankreichs erste Touristenstadt und das Huhn im Topf

Der Blick ist atemberaubend. Vom Boulevard der Stadt Pau aus blickt man auf das nahegelegene Gebirgsmassiv der Pyrenäen – 500 Kilometer lang erstreckt es sich zwischen Mittelmeer und Atlantik. Wer hier einen Platz in einem der wenigen Cafés ergattert hat, möchte ihn gar nicht mehr verlassen. Was schade wäre.

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Quelle: Stein

Denn Pau, die 84 000-Einwohner-Stadt (der Stadt Göttingen seit nunmehr 30 Jahren in Partnerschaft, hier Jumelage genannt, verbunden), hat weitaus mehr zu bieten. Zunächst einmal kommt man um den unvermeidlichen Henry IV. (1553-1610) nicht herum. Er ist hier im Schloss geboren. Weshalb eine Besichtigung der zahlreichen prunkvoll eingerichteten Räume mit den wertvollen Gobelins geradezu Pflicht ist.

Hier wird auch der Schildkröten-Panzer ausgestellt, die legendäre Wiege des späteren Bourbonenkönigs. Unvergessen in Frankreich ist er unter anderem bis heute mit seinem Satz: „Wenn mir Gott zu leben erlaubt, werde ich dafür sorgen, dass es in meinem Land keinen Bauern gibt, der sonntags nicht sein Huhn im Topf hat.“ Dieses „poule au pot“ zählt bis heute zu den Gerichten der Küche von Pau, die man gegessen haben sollte – was aber zumeist nur auf Vorbestellung funktioniert. 

Neben Heinrich IV. war es dann, Jahrhunderte später, ein Engländer, der der Stadt Pau zu ungewohnter Blüte verhalf. Alexander Taylor, nach dem natürlich auch eine Straße benannt ist, kam als an Typhus erkrankter englischer Offizier 1848 wegen des milden Klimas nach Pau und wurde gesund.

Pau: Die 84  000-Einwohner-Stadt am Rande der Pyrenäen ist seit 30 Jahren in Partnerstadt von Göttingen.

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Er schrieb ein kleines Büchlein über die heilende Wirkung der Luft von Pau – und die Engländer zog es in Scharen an den Rand der Pyrenäen. 5000 Ausländer (darunter auch zahlreiche Russen) zählte die Stadt bald – bei gerade mal 20 000 Einwohnern. Ein Casino entstand, dazu das erste Hotel mit Fahrstuhl. Die Engländer bauten Villen, lebten monatelang hier. Pau wurde, so erzählen die Fremdenführer heute noch stolz, die erste richtige Touristenstadt in Frankreich – noch vor Biarritz oder Nizza. In den 30er-Jahren war die Blütezeit dieser Entwicklung. In Pau gab es Pferderennen (bis heute ist man stolz auf die große Rennbahn, die Rennen, die Wetten) und Auto-Rennen (Formel-3-Rennen gibt es bis heute).

Natürlich hat man einen schönen Golfplatz, neu hinzugekommen ist ein riesiger Sportpalast, der bis zu 6000 Menschen fasst, ein Pelota-Zentrum und natürlich die Pyrenäen zum Wandern und Bergsteigen. Seit den 70er-Jahren, seit die Ölfirma Total ihr Forschungszentrum in Pau unterhält, gibt es einen neuen Boom, sind zahlreiche Arbeitsplätze gesichert.

Pau ist damit zwar keine reiche Stadt (rund zehn Prozent Arbeitslosigkeit), aber in Anbetracht der recht abgelegenen Lage auch keine arme Stadt. Eine schöne Stadt ist sie auf alle Fälle. Dazu eine mit einer unglaublichen Restaurant-Dichte, mit einer hervorragenden Küche, die sich die regionalen Spezialitäten auf die Fahnen geschrieben hat (Entenleber, frische Pilze, Würste, Rindfleisch). Dazu die  Winzer des Jurancon und nicht zu vergessen das nahegelegenen Spanien mit seiner baskischen Gastronomie.

Sollte es doch einmal regnen, was angesichts des nahen Atlantiks öfter geschieht, dann regnet es aber auch richtig, beinahe monsunartig – so erzählen es die Einheimischen. Dann empfiehlt sich ein Besuch im kleinen Museum der schönen Künste, im frankreichweit einzigartigen Heeresmuseum oder jenem der Fallschirmspringer. Vielleicht auch ein Ausflug ins nahegelegene Lourdes (35 Kilometer), ans Mittelmeer oder den Atlantik. Pau, darüber ist sich die Reisegesellschaft derer einig, die zum ersten Mal hier waren, Pau ist eine zweite Reise wert. Vor allem wegen des  atemberaubenden Blickes…

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