Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
"1,0 reicht ja"

Frederico Bormann ist Niedersachsens Bester "1,0 reicht ja"

Anderthalb Wochen Madrid - diesen Urlaub gönnt sich Frederico Bormann gerade mit einem Schulfreund. Und er hat es sich verdient: Der 18-jährige Göttinger vom Max-Planck-Gymnasium hat mit 893 von 900 Punkten das beste Abitur Niedersachsens 2017.

Voriger Artikel
Aufdringliche Spendensammler
Nächster Artikel
Jetzt auf Facebook abstimmen
Quelle: r

Göttingen. "Rechnerisch wäre das ein Schnitt irgendwo bei 0,7, aber 1,0 reicht ja auch", sagt Frederico. Man hört sein Schmunzeln durchs Telefon. Vor der Bekanntgabe der Ergebnisse seien er und seine Freunde so aufgeregt gewesen, dass sie sich in der Wartezeit mit einer zweiwöchigen Interrail-Tour durch Westeuropa abgelenkt hätten. "Ich habe versucht, mir so wenig Erwartungen wie möglich zu machen, um nicht enttäuscht zu werden." Von Enttäuschung kann jetzt keine Rede sein. Alle Türen stehen dem 18-Jährigen offen: heiß begehrte Studiengänge wie Medizin oder Psychologie, mit einem Numerus Clausus (NC) um die 1,0. Doch Frederico folgt seiner Leidenschaft und beginnt im Oktober ein Informatikstudium in Hamburg. "Da liegt der NC normalerweise bei 2,6. Fürs Studium hätte ich also nicht so gut sein müssen." Was war dann seine Motivation? "Als ich nach dem ersten Halbjahr der 11. Klasse gemerkt habe, dass es läuft, hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich wollte einfach wissen, wie gut ich tatsächlich sein kann." Als Leistungskurse belegte er Mathe, Physik und Informatik. "Die gleichen wie Hanna Schlüter vom FKG, die das drittbeste Abi in Niedersachsen gemacht hat", fügt er hinzu. Zwei weitere Prüfungen legte er in Politik/Wirtschaft und Deutsch ab. Bei der Frage, ob es auch Fächer gab, die er nicht mochte, muss er erstmal überlegen.

"Für Sport habe ich kein Talent, da gab's auch mal magere 7 Punkte." Für seine sonst überdurchschnittlichen Noten habe er "nicht so wahnsinnig viel gelernt", gibt Frederico zu. Klar, vor der Politikprüfung, die viel Hintergrundwissen erforderte, hätte er sich eine Woche lang hingesetzt, aber sonst... Sein Tipp für die nächsten Abiturienten: "Wenn man im Unterricht gut mitmacht, halbiert das den Lernaufwand." Bei der Klausurvorbereitung hätte er sich überlegt, welche Fragen er als Lehrer stellen würde und diese beantwortet. Neid von seinen Mitschülern habe er kaum erlebt. "Manche waren mal ein bisschen neidisch - aber immer mit einem Augenzwinkern."

Kein klassischer Streber also, und doch witzeln seine Freunde, die Schule sei sein zweites Zuhause. "Man sollte mich nicht fragen, was meine Hobbies außerhalb der Schule, sondern außerhalb des Unterrichts sind", erklärt Frederico lachend. Denn er engagierte sich schon vor der Oberstufe in der Schülervertretung, schrieb für die Schülerzeitung und baute die Aulatechnik für Schulveranstaltungen mit auf. Es wäre also kein Wunder, würde er die Schule vermissen. "Es kann sein, immerhin habe ich viel Energie und Herzblut reingesteckt. Andererseits bin ich jetzt erstmal gespannt auf meine Zeit in Hamburg. Es gibt ja ganz neue Herausforderungen, zum Beispiel sich selbst zu organisieren und einen eigenen Haushalt zu führen." Zusammen mit zwei Freunden aus der Schule hat er schon eine WG gegründet.

Und wie sieht es mit den Ambitionen im Studium aus? "Natürlich hab ich den Anspruch, ein gutes Studium zu machen, aber ich glaube ich werde mich mit meinem Ehrgeiz etwas zurückhalten. Ich habe von anderen gehört, dass man nicht alles in eine Klausurenphase stecken sollte, um danach nicht völlig fertig zu sein."  Frederico kann sich vorstellen, nach dem Studium in einer großen IT-Firma zu arbeiten. "Außer ich finde etwas, was mir noch mehr liegt. Es gibt auf jeden Fall noch viele Sachen, die ich gerne lernen würde. Sprachen zum Beispiel, oder etwas Künstlerisches."

Von Gwendolyn Barthe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Die Bilder der Woche vom 2. bis 8. Dezember
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt