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Drei gegen 100

"Freundeskreis"-Demo Drei gegen 100

Ohne besondere Vorkommnisse, aber unter großem Lärm ist am Sonnabendvormittag eine „Mahnwache“ des rechtsextremen „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ am Göttinger Bahnhof zu Ende gegangen. Den drei „Freundeskreis“-Vertretern standen etwa 100 Teilnehmer einer unangekündigten Gegendemonstration gegenüber.

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Quelle: bb

Nach anfänglichen Lautsprecherproblemen begann die rechte Kundgebung unter dem Motto "Gemeinsam für Deutschland" gegen 9.20 Uhr. Wie üblich, bestand die „Mahnwache“ aus Redebeiträgen von „Freundeskreis“-Chef Jens Wilke und dem lautstarken Abspielen deutschnationaler Musik. Dagegen konnten sich die zahlreichen durch mobile Absperrgitter weiträumig getrennten Gegendemonstranten akustisch zeitweise nur schwer durchsetzen. Wie ebenfalls üblich, beschwor Wilke den kurz bevorstehenden Untergang der deutschen Kultur und überhaupt des Abendlandes, sollte die bisherige Politik der Bundesregierung „gegen die eigene Bevölkerung“ fortgesetzt werden.

Gegen 9.30 Uhr verkündete die Polizei über ihren Lautsprecherwagen, sie stufe die Gegendemo als Spontanversammlung ein, die damit ab sofort unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit stehe. Während der „Freundeskreis“ die Hymne „Heil dir im Siegerkranz“ (Melodie: „God save the Queen“) und danach verdächtig viele Strophen der deutschen Nationalhymne abspielte, rätselten verschiedene Zuschauer über den Hintersinn des Kennzeichens des „Freundeskreis“-Lautsprecherwagens, Gö FK 204. „FK“ dürfte klar sein, aber „204“? Vielleicht ein Hinweis auf den 20. April, Geburtstag des „Führers“ Adolf Hitler?

Unter weiteren Redebeiträgen Wilkes und lautem deutschnationalem Liedgut arbeiteten die Gegendemonstranten ihre Wut auf die Rechten ab. Um 10.30 Uhr schließlich packte der „Freundeskreis“ seine Sachen. Die ersten Gegendemonstranten hatten da bereits den Bahnhofsvorplatz verlassen. Um 10.35 Uhr setzte sich der goldfarbene Peugeot mit den drei Freundeskreis-Vertretern in Bewegung und verließ, von der Polizei abgeschirmt, den Bahnhofsbereich.

Rund um Kundgebung und Gegendemo waren mehr als 60 Polizei-Einsatzfahrzeuge postiert. Die Zahl der Einsatzkräfte bezifferte die Polizei auf "mehrere hundert". Nach Schätzungen dürften es sich dabei um mindestens 400 Beamte gehandelt haben.

Dabei hatten Polizei und Gegendemonstranten noch Glück. Ursprünglich hatte der „Freundeskreis“ geplant, sich nicht nur am Sonnabend, sondern gleich auch noch am Sonntag an gleicher Stelle aufzustellen. Das, so berichtet ein Beteiligter, habe dem „Freundeskreis“-Vertreter auf einem Absprache-Treffen mit Stadtverwaltung und Polizei aber ausgeredet werden können.

Im Folgenden können Sie den Liveblog noch einmal nachlesen.

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