Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Friedenspreis für Andreas Buro

Pionier der Ostermärsche ausgezeichnet Friedenspreis für Andreas Buro

Der Bürgerrechtler und Politikwissenschaftler Andreas Buro ist mit dem Göttinger Friedenspreis ausgezeichnet worden. Der 84-Jährige erhielt die Auszeichnung am Sonnabend in der Aula der Georg-August-Universität. Mit dem Preis wurde Buros jahrzehntelanges Wirken für Frieden und Menschenrechte gewürdigt. Buro habe sich dabei nicht nur  gegen Krieg eingesetzt, sondern immer auch für Frieden und gewaltfreie Konfliktbearbeitung.

Voriger Artikel
Fahrerflucht auf A 7 mit 1,7 Promille
Nächster Artikel
Mit zwei Promille Alkohol die Kurve nicht gekriegt

Preisübergabe: der Jury-Vorsitzende Wolfgang Vogt (l.) und Andreas Buro.

Quelle: Vetter

Göttingen. Als Gallionsfigur der deutschen Friedenbewegung und Ostermarsch-Pionier beschrieb Carmen Barann vom Verleihungs-Komitee den Preisträger.  Sie machte deutlich, welch außergewöhnliche Aktion der erste deutsche Ostermarsch 1960, mitten im Kalten Krieg, war.

Die Politikwissenschaftlerin Hanne-Margret Birckenbach zeigte in ihrer Laudatio den verschlungenen Lebensweg Buros und seine vielfältigen Aktivitäten auf. Dabei verglich sie Buros Wirken mit einer Sisyphusarbeit. Sisyphos ist in der griechischen Mythologie dazu verdammt, immer wieder einen schweren Stein einen Hang hinaufzuwuchten, der ihm ebenso immer wieder kurz vor dem Gipfel entgleitet. Doch Buro könne als ein glücklicher Sisyphos gelten, der auf seinem Weg viele gute Spuren hinterlassen habe.

Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) nannte Buro einen Nestor der deutschen Friedenbewegung. Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel sagte, der Friedenspreis habe auch eine wichtige Bedeutung für Stadt und Universität habe. Beisiegel wies darauf hin, dass der Senat kürzlich eine Zivilklausel beschlossen habe, in der sich die Universität zum Frieden und zur Gerechtigkeit in der Welt bekennt. Forschungsvorhaben mit erkennbar militärischem Zweck sollen künftig Präsidium und Vorstand angezeigt werden.

Streitbarer Pazifist

Buro selbst präsentierte sich in seiner Rede als immer noch streitbarer Pazifist. Das Ende des Ost-West-Konflikts bedeute nicht den Beginn eines friedlichen Zeitalters, so Buro. Er kritisierte die „militärgestützte Imperialpolitik der USA“, das Entstehen neuer Feindbilder und das Wiederaufblühen des Konzeptes vom gerechten Krieg.

Dabei falle es schwer, in der Geschichte auch nur einen Krieg zu erkennen, der den Kriterien des gerechten Krieges entsprechen würde. „Statt einer Kultur der Gewalt brauchen wir eine Kultur der Kooperation“, so Buro. Er selbst verglich sich mit einer anderen Figur der griechischen Mythologie: mit Kassandra, die vergebens vor Unheil warnt, weil sie kein Gehör findet. Doch stellte er am Ende des Vortrags als Hoffnungsschimmer dem Pessimismus des Wissens den Optimismus des Handelns gegenüber.

Der Göttinger Friedenspreis, der jährlich vergeben wird, ist mit 3000 Euro dotiert. Stifter ist der 1997 gestorbene Wissenschaftsjournalist Roland Röhl.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Bilder der Woche 6. bis 12. Januar
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt