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Führung auf Göttinger Stadtfriedhof zu Gräbern berühmter Wissenschaftler

Im Fackelschein Führung auf Göttinger Stadtfriedhof zu Gräbern berühmter Wissenschaftler

Auf dem einsamen Hinweg über den Stadtfriedhof zeigen sich beste Voraussetzungen für einen gruseligen Abend: fast Vollmond, kahle, knorrige Zweige, die sich vor dem dunklen Abendhimmel abheben, Eiseskälte, knirschender Schnee unter den Schuhen. Dass die abendliche Führung über den Stadtfriedhof dann aber doch gar nicht so gruselig wird, liegt an mehreren Faktoren.

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Eindrucksvolle Atmosphäre bei der Abendführung: Licht und Fackelschein an der 1900 erbauten Friedhofskapelle auf dem Göttinger Stadtfriedhof.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Zum einen haben sich am Ausgangspunkt, der 1900 erbauten Friedhofskapelle, gleich rund 70 neugierige Besucher eingefunden. Sie erhalten außerdem sicheren Geleitschutz von der Ortsfeuerwehr Grone, die die vom Fachdienst Friedhöfe der Stadt angebotene Führung mit Fackeln begleitet. Und schließlich berichtet Stadtführerin Heidemarie Frank gar nichts von Vampiren oder sonstigen Untoten, sondern humorvolle Anekdoten aus dem Leben der hier begrabenen bedeutenden Persönlichkeiten, zu denen eine ganze Reihe von berühmten Wissenschaftlern gehört.
Natürlich liefert Frank auch Basisinformationen über den 1881 eröffneten Stadtfriedhof. Er löste laut Frank als kommunaler Friedhof die kirchlichen Friedhöfe – den Albani- und den Bartholomäusfriedhof – ab.

Jetzt ist Frühling

Acht Nobelpreisträger liegen auf dem Stadtfriedhof begraben, zwei davon stellte Frank ausführlicher vor. Der Chemiker Otto Wallach (1847-1931) etwa leistete nicht nur wichtig Pionierarbeit für die Duftstoffindustrie, für die Göttinger erfüllte er darüber hinaus auch eine wichtige Funktion als Frühlingsbote, berichtet Frank. Wenn nämlich Wallach nach dem Winter die Pelerine – einen Schulterumhang – von seinem Mantel abgenommen habe, sei für die Göttinger klar gewesen: Jetzt ist Frühling.

An die goldene Zeit der Naturwissenschaften in Göttingen in den 1920er-Jahren erinnert Frank auch mit einem Bericht über den Physiker Emil Wiechert , der die nach ihm benannte Erdbebenwarte aufbaute. Als zweiten Nobelpreisträger würdigt Frank den berühmten Otto Hahn, dessen Entdeckung der Kernspaltung ihm ein dramatisches Leben bescherte. Ein solches Leben war auch dem Astronomen Ernst Friedrich Wilhelm Klinkerfues beschieden, den Frank ebenso kurz vorstellt wie den großen Rechtsgelehrten Rudolf von Jhering .

Nobel-Rondell

An die acht Nobelpreisträger erinnert das 2006 errichtete Nobel-Rondell. Auf den Stelen des Ehrenmals finden sich Informationen zu den Nobelpreisträgern. Eigens für die Führung war das Nobel-Rondell beleuchtet worden. Das schön gestaltete Grabmal von Helene und Bruno Blaschy wurde extra in einem roten Farbton illuminiert. Nicht nur deshalb wurde den Besuchern warm ums Herz: Am Ende gab es heiße Getränke für alle.

Eigens für die Nachtführung beleuchtet: die Besucher im Nobel-Rondell.

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