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Für bessere Radwege fehlt das Geld

Ortsrat Geismar Für bessere Radwege fehlt das Geld

Die Radwege entlang der Kiesseestraße sind in die Jahre gekommen. Verkehrsplaner Sören Koss beschrieb im Ortsrat Geismar die derzeitige Wegeführung als ein „wildes Durcheinander“, das sogar „ziemlich gefährlich“ sei und „ganz alt“ noch dazu.

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Fahrradverkehr entlang der Kiesseestraße in Geismar.

Quelle: Swen Pförtner

Geismar. Einzig: Für einen Umbau, der die Situation verbessert, fehlt das Geld im Haushalt – kurz- wie mittelfristig.

Die Analyse, die die Stadtverwaltung auf Initiative des Ortsrates in Auftrag gegeben hat, ist deutlich: Von umständlichen und unklaren Führungen, Sichtbehinderungen, zu schmalen Wegen für Fußgänger, schlechten Zuständen der Radwege oder gänzlich fehlenden Radwege ist darin die Rede. Die Straße entspreche für Rad- und Fußverkehr mit Blick auf Breite und Ausgestaltung der Geh- und Radwege nicht mehr dem Stand der Technik. Im Seitenraum sei der Zustand abschnittsweise veraltet.

Besondere Bedeutung der Kiesseestraße

Und das auf einer Straße, der nach Einschätzung der Stadtverwaltung im städtischen Radverkehrsnetz als Verbindungsachse zum Schulzentrum Geismar eine besondere Bedeutung zu komme. In der Spitzenstunde nutzten rund 180 Radfahrer die Radwege entlang der Straße. Nach technischem Regelwerk hat der Radverkehr damit einen „mittleren Nutzungsanspruch“. In der Spitzenstunde fahren 800 Kraftfahrzeuge auf der Straße.

Einen kompletten Umbau der Kiesseestraße mit Rad- und Fußwegen auf beiden Seiten – „so wie heute, nur vernünftig“ so Koss – lehnt die Verwaltung ab. An vielen Stellen sei die Straße dafür nicht breit genug, sagte Koss. Die Konsequenz wäre, auf sämtliche Parkplätze und Bäume entlang der Straße zu verzichten.

„Komfortgewinn“ für Radfahrer und Fußgänger

Stattdessen bevorzugt die Verwaltung eine Variante mit beidseitigen, 1,5 oder 1,75 Meter breiten so genannten Schutzstreifen auf der Fahrbahn, ähnlich dem Ausbau im Düsteren-Eichen-Weg. Gehwege für Fußgänger hätten zu beiden Seiten eine Breite von 2,5 Meter, die Fahrbahn von 4,5 Meter. Dieses biete „Fußgänger und Radfahrer den höchsten Sicherheits- und Komfortgewinn“, urteilt die Verwaltung. Zugleich blieben die öffentlichen Stellplätze erhalten. Nach jetzigem Planungsstand könnten im mittleren Abschnitt noch zwei Mittelinseln als zusätzliche Querungsmöglichkeiten gebaut werden.

Als Kosten für diese Variante gibt Koss rund 2,1 Millionen Euro an. „Das wird schwierig zu stemmen sein“, sagte er. Weder im Doppelhaushalt 2017/18 noch in der mittelfristigen Finanzplanung seien Mittel dafür vorgesehen. Zumal es in der Stadt sanierungsbedürftige Straßenabschnitte mit höherer Priorität gebe. Die „Richtlinie zur Förderung investiver Klimaschutzmaßnahmen des Bundes“ biete allerdings die Möglichkeit die Hälfte der Kosten für Radwege zu finanzieren.

Wirth: „Unsere Geduld ist nun fast am Ende“

„Unsere Geduld ist nun fast am Ende“, sagte Steffani Wirth (Grüne) angesichts des fehlenden Geldes und des dringend benötigten Ausbaus. Peter Limpke (SPD) sprach sich dafür aus, sollte die Kiesseestraße tatsächlich umgebaut werden, in einem Stück umzubauen und „Stückwerk“ zu vermeiden. Und Ortsbürgermeister Thomas Harms (Grüne) appellierte an die Ortsratsmitglieder, sich in ihren jeweiligen Ratsfraktionen dafür einzusetzen, dass Geld für den Ausbau bereitgestellt wird.

Von Michael Brakemeier

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