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Fusion: Weiter Diskussion um Theaterbühnen in Göttingen

Kulturausschuss-Sondersitzung Fusion: Weiter Diskussion um Theaterbühnen in Göttingen

Die Finanzierung des Jungen Theaters (JT) in Göttingen ist zumindest für das laufende Jahr gesichert. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) gab am Mittwoch in der Sondersitzung des Kulturausschusses zur Theatersituation dem JT Planungssicherheit.

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Unter einem Dach, aber eigenständig: das Deutsche Theater und das Junge Theater in Göttingen. Die Zukunft beider Häuser ist in der Diskussion.

Quelle: Montage/Foto:PH, SPF

Göttingen. Durch die „gute Einnahmesituation“ des erfolgreichen JT sei es möglich, dass die im Entschuldungshilfeprogramm (EHP) festgesetzte Sparauflage von 60 000 Euro im Jahr 2013 erfüllt werden kann.

Wie es aber 2014 mit dem JT weitergeht, ist ungewiss. Dann stehen im EHP Einsparungen von weiteren 90 000 Euro für das JT an, und Intendant Andreas Döring verlässt das Theater möglicherweise schon mit Ende der aktuellen Spielzeit (Döring lässt das offen, die Göttinger Verwaltungsspitze geht davon aus und der Aufsichtsratsvorsitzende Harald Noack ist sich sicher.).

Meyers Favorit ist nach wie vor Fusion von JT und DT

Gleichzeitig scheidet die derzeitige JT-Geschäftsführerin Miriam Winterstein auf eigenem Wunsch aus. Dadurch und mit der 2014 anstehenden Neubesetzung des Intendantenpostens am Deutschen Theater (DT) mit dem Schweizer Erich Sidler ergebe sich nach Meyers Ansicht ein guter Zeitpunkt, das Thema  der Neuorganisation der beiden Göttinger Theater jetzt anzugehen. Er beteuerte: „Meine Absicht ist es nicht, das Junge Theater plattzumachen.“ Und er hofft, dass man ihm dieses Bekenntnis zum JT abnehme.

Meyers Favorit ist dabei nach wie vor eine Fusion von JT und DT, bei der das JT aber den Namen, die Spielstätte im Otfried-Müller-Haus, einen eigenen Spielplan und ein eigenes Ensemble behalte. „Unabhängig, mit eigenem Budget, aber unter dem Dach des Deutschen Theaters“, erläuterte Meyer. Offen ließ er, ob das JT einen eigenen Intendanten behält. Im JT plant man derzeit für eine Übergangsspielzeit mit einem Spielplan, den Noch-Intendant Döring erarbeitet hat. Nach Auskunft von Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD) könnte „ein Dramaturg aus den Reihen des JT“ ab Mitte des Jahres Dörings Intendantenrolle übernehmen. Die von ihr Mitte Februar ins Spiel gebrachte Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter des DT die Leitung des JT übernehmen könnte, hat sie inzwischen zurückgenommen. „Das war ein Fehler“, räumte sie ein.

Welche Einsparungen durch Fusion möglich?

Derzeit, so Meyer, prüfe ein Wirtschaftsprüfer, welche Einsparungen durch eine Fusion möglich seien. Diese sollen, so machte Schlapeit-Beck deutlich, ausschließlich im „nicht-künstlerischen Bereich“, wie etwa Verwaltung oder Technik, erzielt werden. Konkrete Summen, wie viel beide Häuser am Ende gemeinsam einsparen sollen und müssen, wollte Meyer nicht nennen.

Schlapeit-Beck geht von rund 250 000 Euro aus. Gleichzeitig müssten, so die Kulturdezernentin, rund 70 000 Euro zusätzlich aufgebracht werden, um die bei einer Fusion anstehenden Tarifsteigerungen für das jetzige JT-Ensemble zu finanzieren. Macht in Summe 320 000 Euro, die im „nicht-künstlerischen Bereich“ eingespart werden müssten. „Das ist sportlich. Das wissen wir. Aber wir werden das schaffen“, kommentierte Schlapeit-Beck. Das Gutachten des beauftragten Wirtschaftsprüfers soll noch vor Ostern vorliegen.

Signal, dass das JT-Ensemble erhalten bleibt

JT-Intendant Döring wertete Meyers Ausführungen als ein gutes Signal, dass das JT-Ensemble erhalten bleibt. JT-Schauspielerin Agnes Giese zeigte sich erleichtert, dass die Finanzierung des Theaters zunächst bis Anfang 2014 gesichert ist. Sie mahnte aber, sich „schon jetzt über nachher Gedanken zu machen“.

Auch Elke Bartussek vom Verein Freunde des Jungen Theaters nahm Meyers Ausführungen positiv auf. „Wir sagen aber nicht uneingeschränkt ja zu einer Fusion.“ Sie fordert, wie Tine Tiedemann für den Verein Kunst, einen eigenen Intendanten für das JT. Gleichzeitig favorisiert Bartussek statt einer Fusion beider Theater eine Kooperation. Ihrer Auffassung nach, und zu dem Ergebnis komme ein vom DT in Auftrag gegebenes Gutachten, wäre diese Lösung „am einfachsten und am effektivsten“. Schlapeit-Beck glaubt das nicht – aus steuerrechtlichen Gründen.

Der neue DT-Intendant Sidler hatte bei seiner Vorstellung am Mittwoch bereits den Willen zur Kooperation beider Theater angekündigt. Im Laufe der Zeit habe sich Sidlers Meinung nach die Rolle des JT als Alternative zum „etablierten Stadttheater“ gewandelt. Diese Rolle sei nicht mehr so eindeutig. Das Programm beider Häuser dürfe sich nicht doppeln. Die angekündigten Kürzungspläne für die beiden Göttinger Theater bezeichnet der Schweizer als „relativ akzeptabel“.

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