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Geburtstagsglückwünsche mit Laken und Laster

"Krabbel up mek" Geburtstagsglückwünsche mit Laken und Laster

Manche dichten für den Freund zum runden Geburtstag, andere studieren Sketche ein. In Billingshausen hat sich ein Filmteam gebildet. Wenn einer aus der Truppe nullt, werden ein paar passende Streifen gedreht, die nicht nur dem Geburtstagskind Freude bereiten.

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„Krabbel up mek“: Wolfgang Dankenbrink und Hartmut „Locke“ Bothmann bei der Probe mit Simone Dankenbrink (v.l.).

Quelle: ENZ

Es ist Sonntagmorgen, kurz vor 10 Uhr. Kurzfristig hat die Crew entschieden: Um 11 Uhr wird gedreht. Denn „Ytongs“ Freundin Gitta weiß: Der Mann, der als nächster 50. Geburtstag feiert, bringt heute seine Mutter zur Kur. Sein Büro sei dann frei für die Filmaufnahmen. Doch das Team geht auf Nummer sicher. Mit dem Fahrrad fährt Ronald Finke Patrouille. Und gibt Bescheid. Der Drehtermin kann steigen. Zwei Minuten nach 10 Uhr ist Ytong gefahren.
Eine Stunde später ist das Büro besetzt, mit Latzhosen und karierten Hemden rüsten sich die Freunde für die erste Szene. Ytongs Schlappen stehen in der Ecke, sie sind das I-Tüpfelchen fürs Film-Kostüm. Die „Flasche Pommes frites“ mit Dieter Hallervorden und Gerhard Wollner hat sich das Amateur-Team vorgenommen. Wilhelm Gundelach baut die Kamera auf, seine Frau Ilona gibt die Souffleuse und schon geht‘s los: „Palim-Palim“ – für Eingeweihte in Erinnerung an eine denkwürdige Partyszene abgewandelt in „Krabbel up mek“. Wolfgang Dankenbrink und „Locke“ Hartmut haben die Rollen der Gefängnisinsassen übernommen.

Binnen einer Stunde ist die Szene im Kasten. Bevor alle den Drehort verlassen, sehen sie sich das Ergebnis ihrer Arbeit an Ytongs Fernseher einmal an. Denn Nachdrehen ist nicht mehr möglich, wenn der Hausherr von seiner Kurzreise zurück ist. Schnell werden die Schlappen zurückgestellt und die Verabredungen für den nächsten Dreh getroffen, dann kann der geruhsame Sonntag beginnen.
Auf Ronalds Party-Boden trifft sich das Filmteam wieder, um den Skat-Sketch von Loriot nachzudrehen. Doch erst einmal muss umgebaut werden. Wo der Schrank steht, soll der Spielautomat hin. Einen Kleiderständer will Ronald Finke aus dem Dorfgemeinschaftshaus (DGH) holen. Schnell kommt er zurück – der Vorsitzende des Sportvereins, bei dem er den DGH-Schlüssel holen wollte, gab ihm ein ausgedientes Exemplar mit. Kameramann Wilhelm Gundelach hat sich hinter Laken – für die Lichtreflexion – in einer Ecke unter der Dachschräge eingerichtet.

Startschwierigkeiten

Noch lernen die Akteure Uwe Angerstein, Ronald Finke und Wolfgang Dankenbrink den Text oder legen sich die Blätter auf dem Tisch zurecht. Die Möbel werden hin und her geschoben. Doch trotz gewisser Startschwierigkeiten – keiner hätte es gedacht – ist die Szene lange vor Mitternacht im Kasten.

Nicht zum ersten Mal drehen die Billingshäuser Filme, um ein Geburtstagskind zu ehren. So zuletzt, als Ronald Finke 50 wurde. Beim Badewannensketch von Loriot erhielten die Zuschauer nicht nur Einblicke in die schauspielerischen Talente, sondern auch in ein Badezimmer der Akteure. Mit den geflügelten Worten „Wo laufen sie denn?“ verwandelte dafür Ilona Gundelach die Billingshäuser Feldmark in eine Pferderennbahn.

Doch zu diesem Geburtstag wird das alles getoppt. Am Abend nach dem Dreh auf dem Partyboden wird ein Lastwagen geentert. Gegen 18 Uhr ist das Treffen in Holzerode angesetzt. Längst hätte der Fahrer nach Hause fahren können. Er habe lügen müssen, um länger bleiben zu dürfen, erzählt er, der ausgerechnet beim Jubilar Ytong in Lohn und Brot steht. Ronalds silbergrauer Firmenwagen wird mit der aufgeklebten Aufschrift „Polizei“ zum Streifenwagen. Von einem Bekannten hat Wolfgang Dankenbrink eine ausgediente grüne Uniform bekommen. Bei den Filmemachern ist die Freude groß, als ein Autofahrer auf dem Feldweg prompt wieder umkehrt, als er „Polizist Wolfgang“ dort sieht.

Von Ute Lawrenz

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