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Gemeinde will Meinungsumfrage statt Bürgerbefragung

Streit um Ehrenmal Gemeinde will Meinungsumfrage statt Bürgerbefragung

Die Wellen schlagen hoch um das Kriegerdenkmal. Mit der Ratsentscheidung, eine Bürgerbefragung zur geplanten Verlegung durchzuführen, sind die Wogen nicht geglättet. Nörtens Bürgermeister Frank Priebe (parteilos) betont: Von Anfang an, seit Februar 2008, seien die Bürger an den Planungen beteiligt gewesen. Jetzt, kurz vor der Umsetzung, sei bei vielen das Interesse erst geweckt worden.

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So könnte der Bürgerpark einmal aussehen: Vogelperspektive von der Langen Straße aus gesehen.

Quelle: Architektur- und Ingenieurbüro Mocha

Mit dem Votum für eine Bürgerbefragung habe der Rat darauf reagiert. Allerdings gebe es einen „Pferdefuß“. Eine Bürgerbefragung ist laut Gemeindeordnung nur gemeindeweit möglich. Dafür müssten die Wahlvorstände aus allen Ortsteilen und der Wahlausschuss von der Kommunalwahl 2006 noch einmal in Aktion treten. Rund 5000 Euro würde das kosten. Doch nur für Nörten habe das Thema Bedeutung. Mit dem Instrument der Meinungsumfrage sei eine Beschränkung auf den Kernort Nörten möglich. Der Verwaltungsausschuss habe sich deshalb am Dienstag für dieses Mittel ausgesprochen. Per Post würden die Nörtener dann um ihre Stimme gebeten. Genau wie bei der Bürgerbefragung werde die Gemeinde die Ergebnisse offenlegen, betonte der Bürgermeister.

Während die Gemeinde über die Umgestaltung informieren möchte, sprechen Ortsheimatpfleger Adolf Kellner und Günter Grube sich im Ortsanzeiger und mit Aushängen in den Geschäften weiterhin gegen die Umsetzung des Ehrenmals aus. Noch heute suchten Hinterbliebene das Denkmal auf, „um an ihre Angehörigen zu denken und die Sicherheit zu haben, dass weder die Grausamkeit der Kriege, noch die Namen der Gefallenen in Vergessenheit geraten“. Unklar bleibe, warum das Denkmal nicht an seinem Platz saniert werden könne, obwohl die Umsetzung Geld koste. „Oder hat es am Ende doch damit zu tun, dass mittelfristig künstlich eine Baulücke geschaffen werden soll“, argwöhnen Kellner und Grube zum großen Ärger von Nörtens Bauamtsleiterin Astrid Klinkert-Kittel.

„Vom Hindenburgplatz zum Bürgerpark“, schon der Titel spreche von der Idee der Planung, erläuterte Planer Dirk Puche. Der bislang abgeschirmte Park soll für die Nörtener wieder geöffnet werden. Für eine bessere soziale Kontrolle sei die Öffnung zur Straße wichtig. Plätscherndes Wasser soll den Verkehrslärm übertönen, Bänke und Rasen sollen zum Verweilen einladen, eine Tribüne soll Raum für Aktionen schaffen. Spiel, Spaß und Freude seien aus Pietätsgründen aber nicht mit einem Denkmal vereinbar, das an die Opfer der Weltkriege erinnert. „Wir wollen den Bürgern den Platz zurückgeben“, so Puche. Deshalb solle er den Anforderungen der heute in Nörten lebenden Bürger gemäß gestaltet werden.

Ziel der Gemeinde sei es, angesichts der Leerstände den Wohnwert im Sanierungsgebiet deutlich zu heben, betonte Priebe. Auch den Touristen des Gräflichen Landsitzes möchte der Bürgermeister mit dem Bürgerpark etwas bieten. Um die Bürger umfassend über die Umgestaltung zu informieren, will die Gemeinde vor der Meinungsumfrage eine Bürgerversammlung ansetzen. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

Von Ute Lawrenz

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