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Georgier muss 14 Monate in Haft

Zum Beutezug ins Ostviertel Georgier muss 14 Monate in Haft

Ein 26 Jahre alter Asylbewerber aus Georgien, der zuletzt offiziell im Grenzdurchgangslager Friedland lebte, ist vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt worden – ohne Bewährung. Dem Angeklagten war ein Wohnungseinbruch im Göttinger Ostviertel vorgeworfen worden. Die Polizei hatte den Asylbewerber Wochen nach der Tat in Essen in einem mutmaßlich gestohlenen Auto erwischt und festgenommen.

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Von hier aus auf Beutezug: Durchgangslager Friedland.

Quelle: Pförtner

Göttingen/Friedland. Der 26-Jährige ist einer von 164 Asylbewerbern, die seit Mai dem Lager Friedland zugewiesen wurden, die dort Asyl beantragt haben und das Verfahren abwarten müssen. 85 von ihnen sind bei Straftaten ertappt worden. Rund 200 Taten, meist Eigentumsdelikte, werden dieser Gruppe zugerechnet. Die Polizei aber bestreitet Hinweise auf ein organisiertes Vorgehen.

Der jetzt Verurteilte hat offenbar den größten Coup gelandet: 12 000 Euro beträgt allein der Wert der Beute, mehrere tausend Euro zusätzlich der Schaden am Gebäude.

Der Angeklagte hat zwar ein Geständnis abgelegt, das Gericht glaubte ihm aber nichts von dem, was er zur Tat aussagte. So will er am 11. Juni, elf Tage nach seinem Eintreffen in Friedland, schwarz mit der Bahn nach Göttingen gefahren sein, habe ein Fahrrad gestohlen und sei „zufällig“ ins Ostviertel geradelt. Dort habe er mit einem gefundenen Holz ein Fenster aufgehebelt und gestohlen, was er fand. Die Beute will er im gestohlenen Rucksack abtransportiert haben.

Allerdings: Es fehlt kein Rucksack, zum Abtransport von Laptops, Foto- und Videokameras, Handys und anderen Elektrogeräten muss er vorbereitet gewesen sein, ein Holz kann auch keine so massiven Aufbruchspuren hinterlassen. Und dass er nur zufällig ein leeres Gebäude mit reichlicher Beute fand, glaubt ihm bei Gericht niemand. Ebenso wenig, dass er „mit Georgiern nichts zu tun“ habe. Vielmehr spreche alles dafür, so der Staatsanwalt, dass der Einbruch von anderen gut vorbereitet war.

Vorbestraft ist der Georgier auch schon: Seit November 2011 ist er in Deutschland. Am 11. November wurde er in Chemnitz bereits beim Stehlen erwischt und mit Strafbefehl bedacht: zehn Tagessätze zu je fünf Euro. Bezahlt hat er nie.

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Lager Friedland

„Keiner kommt grundlos“, „nicht alle georgischen Asylbewerber sind kriminell“ und „man darf nicht alle über einen Kamm scheren“. Drei der Bemerkungen, mit denen in der Ratssitzung zur Situation im Grenzdurchgangslager Friedland Fachleute versuchten, Emotionen und Vorurteile gegen Bewohner der Asylbewerber-Einrichtung einzudämmen.

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