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Gerichtsurteil: Entzugsklinik nach Messerstich in Bauch

Prinzenstraßen-Räuber Gerichtsurteil: Entzugsklinik nach Messerstich in Bauch

Drei Jahre und neun Monate Freiheitsentzug und Unterbringung in der Entziehungsanstalt auf unbestimmte Zeit – das ist für einen vielfach vorbestraften 26-Jährigen aus Nordhessen die Folge eines nächtlichen Raubes in der Göttinger Prinzenstraße.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. In Begleitung zweier Bekannter und eines Hundes hatte der Angeklagte am frühen Morgen des 14. August 2012 einen zufällig vorbeikommenden Passanten um Tabak angeschnorrt, den 54-Jährigen dann mit einem Messer bedroht und ihn verfolgt, als dieser floh. In einer Baustelle in die Enge getrieben und weiter bedroht, wurde der Frührentner schließlich zum Abheben von Geld am Geldautomaten aufgefordert und schließlich durch einen Stich in den Bauch verletzt. Nur dank der dicken Jacke des Opfers blieb es bei einer oberflächlichen Verletzung.

Der wohnungslose Sozialhilfeempfänger ist einschlägig vorbestraft. Acht Verurteilungen von Gerichten in Nordhessen und Südniedersachsen verlaß das Gericht. Vom Bankraub mit Spielzeugpistole im bekifften Zustand (in Spangenberg) bis zum Raub von Handys (in Holzminden) reichten die Verurteilungen. Immer wieder bedrohte, schlug und beraubte er seine Opfer, meist aus einer Gruppe heraus, mit der er gezielt Streit gesucht hatte.

Sein Leben sei gekennzeichnet, so der psychiatrische Sachverständige, von „delinquenten Phasen“, die jene Zeiten, in denen er sich ans Gesetz hielt, übertreffen. Deshalb sei ein Hang zu Straftaten zu attestieren, aber auch eine Alkohol- und Drogenabhängigkeit . Weil eine Persönlichkeitsstörung dominiere, sei vorrangig in Form einer Sozialtherapie Besserung zu erreichen.

Dennoch verhängte das Gericht, anders als der Gutachter empfahl, die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt (§ 64). Denn in einem gleich gelagerten Fall hatte der Generalbundesanwalt in einer Stellungnahme zur Revision gefordert, die Abhängigkeit als Auslöser für die Tat stärker zu gewichten. Darum auch hier Vorrang der Entzugs- vor der Sozialtherapie.

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