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Gerichtsvollzieher will 105 000 Euro

Nasreddine hat Södderich verkauft Gerichtsvollzieher will 105 000 Euro

Mit einer unliebsamen Überraschung begann der elfte Verhandlungstag vor dem Landgericht gegen den der Erpressung angeklagten Kickboxer Wissam Nasreddine: Ein Gerichtsvollzieher präsentierte dem Big-Brother-Teilnehmer einen sogenannten dinglichen Arrest über 105 000 Euro. Damit versucht der Lotto-Millionär aus Gieboldehausen, dem der Angeklagte 425 000 Euro abgepresst haben soll, einen Teil seiner Ansprüche zu sichern.

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Wieder verkauft: Waldhaus Södderich bei Waake.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Begründet wird der dingliche Arrest damit, dass Nasreddine offenbar spielsüchtig sei und große Summen verspielt habe. So sei belegt, dass er binnen kurzer Zeit jeweils an Geldautomaten in Spielhallen oder -casinos hohe Beträge abgehoben habe. Auch habe er das Waldhaus am Södderich, das er zu einem Resozialisierungs-Camp für straffällige Jugendliche hatte ausbauen wollen, inzwischen verkauft. Die dafür gezahlte Summe von 376000 Euro sei aber sofort von seinem Konto abgehoben worden. Der Verbleib des Geldes sei ungeklärt.

Der Anwalt des geschädigten Millionärs hat sich nun den Zugriff auf jene Summe gesichert, die Nasreddine noch von seiner Gebäudeversicherung zu erwarten hat. Bei einem Feuer am Södderich entstanden Mitte April 2011 Schäden in Höhe von 280 000 Euro. Die Versicherung hatte die Summe wegen des Verdachts eines Versicherungsbetrugs durch Brandstiftung nicht gezahlt. Inzwischen hat man sich auf 105 000 Euro Versicherungsleistung geeinigt, die nun nicht mehr ausgezahlt werden dürfen. Im Prozess haben am Mittwoch die Verteidiger neun neue Beweisanträge vorgelegt.

Unter anderem sollen sein Chef und zwei Arbeitskollegen bezeugen, dass Nasreddine am Tattag der angeklagten Erpressung den ganzen Tag auf einer Baustelle in Thüringen gearbeitet habe und die Erpressung gar nicht begangen haben könne. Selbst Fotos auf seinem Handy – freilich gelöschte – habe es von dem Arbeitstag gegeben. Die gelöschten Bilder, so wird angeboten, könnten mit kriminaltechnischen Methoden rekonstruiert werden. Schließlich soll ein aussagepsychologisches Gutachten belegen, dass die Behauptungen des Lotto-Millionärs erfunden seien.

Bekannt wurde auch, dass nach dem Antrag der Verteidiger, das Dienstzimmer der beiden Polizeiermittler zu durchsuchen, eine Staatsanwältin tatsächlich eine „Nachschau“ vorgenommen hat. Die Beamten hätten freiwillig alles zur Verfügung gestellt. Gefunden wurde nichts für den Prozess Neues.

Dinglicher Arrest
Wer eine Geldforderung oder einen anderen Anspruch, der in eine Geldforderung übergehen kann, gegen einen Schuldner hat, kann einen dinglichen Arrest bei Gericht erwirken. Er sichert sich damit seinen Anspruch, auch wenn er noch einen vollstreckbaren Titel gegen den Schuldner hat. Voraussetzung für den Erlass eines dinglichen Arrests ist es, dass es Hinweise darauf gibt, dass sich der Schuldner  einer Zwangsvollstreckung entziehen könnte. Nach der Arrestanordnung kann der Gläubiger die Arrestvollziehung betreiben und Pfändung der Summe durch den Gerichtsvollzieher bewirken.
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Erpresser-Prozess

Faustdicke Überraschung im Prozess um den der Erpressung angeklagten Kickboxer Wissam Nasreddine: Gestern präsentierte einer der Ermittlungsbeamten der Polizei ein vom Mitangeklagten Marvin O. (29) geschriebenes Papier mit Notizen zu dessen belastender Aussage gegen Nasreddine.

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