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Gesetzgeber soll üblem Treiben ein Ende bereiten

Abzocke über Telefonanbieter Gesetzgeber soll üblem Treiben ein Ende bereiten

Nach wie vor gehen auch bei der Verbraucherzentrale in Göttingen zahlreiche Beschwerden über unerlaubte Telefonanrufe ein. „Vor allem unseriöse Gewinnspieleanbieter“, sagt die Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale, Kathrin Körber, „versuchen auf diesem Wege unzähligen Verbrauchern persönliche Daten oder Gewinnspielabonnements unterzuschieben und anschließend abzukassieren.“

Die Abzocker bedienen sich verschiedener Maschen, um ihre Opfer aufs Kreuz zu legen. Mit welchen Tricks gearbeitet wird und wie sich Verbraucher davor schützen können, wird in dem Faltblatt „Abgefragt-Abgebucht-Abgezockt – (Be)Trügerische Gewinne“ erläutert. Diese kostenlose Information gibt es in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Körber: „Bei unerbetenen Werbeanrufen behaupten Firmen dreist, dass zum Beispiel bereits ein kostenloser Gewinnspielvertrag besteht, der künftig kostenpflichtig wird. Man könne zwar kündigen, zuvor müssten aber Daten abgeglichen werden, die zum Teil auch schon vorliegen.“ Viele der Angerufenen, so Körber weiter, ließen sich von den Anrufern verunsichern, nehmen die angebotene Kündigungsmöglichkeit gerne an und geben dann sensible Daten preis. Dann der Trick: „Schriftlich bestätigt wird aber ein Vertragsabschluss und nicht die Kündigung.“

Eine andere Masche: Telefonisch wird der Gewinn eines Gutscheins angekündigt und hinterher dreist behauptet, es sei ein Vertrag über ein Gewinnspielabonnement geschlossen worden. Neu ist, dass die Anbieter ihre Forderung über die Telefonrechnung einziehen – entweder unter „Beiträge anderer“ oder „Verbindungen über andere Netzbetreiber“. Um ihr Geld wiederzubekommen, müssen Verbraucher beim Netzbetreiber und Telefonanbieter dagegen Widerspruch einlegen, rät Körber. Nur der unstrittige Betrag sollte beglichen werden.

Die Kalkulation der Abzocker: Viele Angerufene widersprechen den unberechtigten Abbuchungen von bis zu 100 Euro monatlich oftmals nicht. Mitunter, so Körber weiter, erfolgen Auftragsbestätigungen für Gewinneintragungsdienste auch ohne vorherige Kontaktaufnahme. Die verwendeten Daten stammen vermutlich aus illegalem Datenhandel. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät, sich gegen Forderungen unredlicher Anbieter zu wehren und immer die Telefonrechnungen zu überprüfen. Körber: „Oft ist es möglich, die unberechtigte Abbuchung rückgängig zu machen und sein Geld zu retten. Die Drahtzieher betrügerischer Maschen dingfest zu machen, ist in der Praxis allerdings ein Problem. Sie wechseln häufig die Namen, haben lediglich Postfachadressen oder ihren Sitz im Ausland.“ Daher fordert die Verbraucherzentrale Gesetzgeber und Staatsanwaltschaften auf, „dem üblen Treiben ein Ende zu bereiten“.

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