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Geständnis: Göttinger Arzt missbraucht 13-Jährige

Prozessauftakt Geständnis: Göttinger Arzt missbraucht 13-Jährige

Weil er mehrfach ein 13-jähriges Mädchen missbraucht haben soll, steht seit Dienstag ein 55 Jahre alter Arzt vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts.

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Im Landgericht: Der des Missbrauchs angeklagte Arzt mit Verteidiger Mirko Oestreich (r).

Quelle: dpa

Göttingen. Der Mediziner, der früher im Göttingen eine Praxis für Allgemeinmedizin betrieb und später für eine weltweit tätige Ärzte-Hilfsorganisation als Kinderarzt arbeitete, gestand zum Prozessauftakt mit knappen Worten die Vorwürfe: „Ich gestehe alle Taten.“

Einzelheiten über die sexuelle Beziehung zu dem Kind, die vom 4. Juni bis Ende Dezember vergangenen Jahres dauerte, will er aber nicht sagen. Damit erspart er dem Kind auch die Vernehmung vor dem Gericht nicht.

Das Mädchen soll laut Antrag der Nebenklage am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen werden.

Beim Picknick und in der Wohnung der geschiedenen Ehefrau

Die Anklage wirft dem Arzt 14 Fälle vor. In zwölf Fällen soll er das Kind missbraucht, in vier davon auch den Beischlaf vollzogen haben. Außerdem habe er dem Mädchen einen Pornofilm gezeigt.

Die meisten Taten fanden im Freien statt, so etwa beim Picknick am Eselstieg bei Nikolausberg, am Hünstollen oder im Bratental. Drei der Taten ereigneten sich in der Wohnung der geschiedenen Ehefrau, bei der der Mediziner zuletzt lebte.

Offiziell gemeldet war er zuletzt in Berlin bei seinen Eltern. Außerdem, so gab er an, habe er Wohnsitze in Seoul (Südkorea) und Pjöngjang (Nordkorea), wo er nach seinen internationalen Einsätzen für die Ärzteorganisation überwiegend gelebt habe.

Durch E-Mails aufgeflogen

Die Anklage sah ursprünglich 21 Taten vor, darunter zahlreiche E-Mails des Angeklagten, die eindeutige sexuelle Inhalte aufwiesen. Das Gericht hat diesen Teil der Anklage nicht zugelassen und verhandelt nur die 14 sexuellen Übergriffe.

Die Mails waren es allerdings, die zur Aufdeckung der Straftaten geführt hatten. Bei dem missbrauchten Kind handelt es sich um eine Bekannte der Kinder der geschiedenen Ehefrau.

Bei dem Mädchen waren die Mails des erwachsenen Mannes auf dem Rechner aufgefallen, sodass Anzeige erfolgte und der Arzt am 29. Dezember 2012 inhaftiert wurde.

Schon öfter für Aufsehen gesorgt

Der Göttinger hatte schon zu anderer Gelegenheit für Aufsehen gesorgt. Ende der 90er Jahre hatte er sich im Amtsgericht mit einer Spritze am Hals vor laufenden Kameras eine Treppe hinunter gestürzt, um gegen die damalige Gesundheitsreform zu protestieren.

Er gab danach seine Kassenzulassung zurück und ging ins Ausland. In Korea sorgte er Anfang der 2000er Jahre für internationale Verwicklungen, als er kleine Radios mit Heißluftballonen von Süd- nach Nordkorea zu befördern versuchte.

Außerdem organisierte er Protestaktionen in Seoul und Peking gegen die Zustände in Nordkorea, sodass er mehrfach von den betreffenden Ländern ausgewiesen wurde.

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Als Mediziner ist er international bekannt geworden. Er hat sich als Arzt in Krisen- und Katastrophengebieten für eine weltumspannende Ärzte-Organisation engagiert. Jetzt sitzt der 55 Jahre alte Göttinger in Rosdorf im Gefängnis in Untersuchungshaft. Er ist angeklagt, von Juni bis Dezember 2012 in 21 Fällen ein 13-jähriges Mädchen missbraucht zu haben.

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