Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Geständnis: Kurden-Clan im Nacken

Nach 29 Verhandlungstagen Geständnis: Kurden-Clan im Nacken

Paukenschlag im Verfahren gegen eine mutmaßliche Autoschieberbande: Nach zehn Monaten und 29 Prozesstagen hat gestern der 28 Jahre alte Hauptangeklagte ein Geständnis für einen Teil der Taten abgelegt.

Erstmals erzählte er die Vorgeschichte. Deren Tenor: Nicht freiwillig, sondern auf Druck eines ihn bedrohenden kurdischen Familienclans habe er die Betrügereien mit Nobelautos begangen, sagte der einschlägig vorbestrafte Göttinger.

Das war wohl nicht die Wende, jedoch eine unerwartete Kapriole des Mammutprozesses. Aus Angst um das Leben seiner Mutter, so sagte der seit 15 Monaten in U-Haft sitzende Angeklagte, habe er bisher geschwiegen. „Lieber für etwas ins Gefängnis, was ich nicht gemacht habe, als meine Mutter in Gefahr bringen.“

Ehe es zu den jetzt angeklagten 14 Taten kam, stand der 28-Jährige 2008 bereits unter Anklage. Der Prozess um betrügerischen Autohandel endete mit 21 Monaten Haft. Damals habe er sich von einem der fünf Mitangeklagten 1000 Euro geliehen und dieses Geld mit ihm aus Celle abgeholt. Schon eine Woche später habe ein Verwandter des Kurden nicht 1000, sondern das Zehnfache zurück haben wollen. Er sei massiv bedroht worden. Dann wurde der Hund seiner Mutter vergiftet. „So kann es gehen, wenn man nicht folgt“, habe der Kurde gesagt.

Schließlich hätte ihn dieser mit zwei Unbekannten, Mitglieder eines „ganz Norddeutschland beherrschenden Kurden-Clans“, zu Hause abgeholt. Im Hinterzimmer eines Lokals sei er bedroht worden. Wenn er nicht die 10 000 Euro zahle, würden es 100 000 – oder er mache die Autoschiebereien mit. Man habe ihm eine Pistole gezeigt, ihm Rolex und Handys abgenommen, ihn in den Kofferraum eines S-Klasse-Mercedes stecken und „zu Ali“ bringen wollen.

Bei einem anderen Treffen sei ihm der zusammengeschlagene, blutende Mitangeklagte vorgeführt worden. „Wenn man nicht folgt, sieht man so aus – da habe ich entschieden, mich zu beugen.“

Danach sei es zu den Geschäften gekommen, die das Gericht in 28 Prozesstagen mühsam aufgeklärt hatte: Leasing von Nobelkarossen über Strohmänner, Verschwinden der Autos (Audi Q7, Porsche Cayenne, Chevrolet Corvette und mehr) im Ausland. Ein volles Geständnis soll folgen.

Update : Die Kommentarfunktion ist von der Redaktion wegen Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen deaktiviert worden, fh

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt