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Gewaltattacke in Göttinger Stadtbus

Vor Gericht Gewaltattacke in Göttinger Stadtbus

Nach fünftägiger Verhandlungsdauer ist jetzt der Prozess um eine fremdenfeindliche Gewaltattacke in einem Stadtbus in Göttingen zu Ende gegangen.

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Das Amtsgericht Göttingen verurteilte einen 28-jährigen Mann aus Bad Gandersheim wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Ein mitangeklagter 39-jähriger Mann aus Stadtoldendorf erhielt eine neunmonatige Bewährungsstrafe. Beide erhielten die Auflage, dass sie sich einer stationären Alkoholtherapie unterziehen und 200 beziehungsweise 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten müssen.

Die beiden Angeklagten hatten im Februar vergangenen Jahres einen 30-jährigen Studenten aus Kamerun in einem Linienbus mit rassistischen Sprüchen beleidigt und mit Fäusten und Tritten attackiert. Obwohl sich andere Fahrgäste in dem Bus befanden, kam zunächst niemand dem Opfer zu Hilfe. Als der Bus an der nächsten Haltestelle stoppte, wurde ein Passant auf die Schläger aufmerksam. Der 54-Jährige stieg ein, griff sich einen der beiden Angreifer und hielt ihn so lange fest, bis Polizisten kamen und die Angeklagten in ihre Streifenwagen beförderten. Der 54-Jährige wurde kürzlich für sein beherztes Eingreifen mit dem Zivilcouragepreis der Göttinger Bürgerstiftung und des Präventionsrates ausgezeichnet.

Der attackierte Student, der seit zwei Jahren in Göttingen einen Masterstudiengang in Germanistik absolviert, hatte durch die gewalttätigen Attacken so erhebliche Verletzungen erlitten, dass er sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Eigentlich hatte er an dem Abend seinen Geburtstag feiern wollen, stattdessen besuchten ihn seine Gäste dann nachts im Krankenhaus. Der 30-Jährige leidet nach eigenen Angaben noch heute unter den psychischen Folgen der Tat und musste deshalb sein Studium um ein Jahr verlängern. Das Gericht sorgte mit einer Bewährungsauflage dafür, dass er zumindest eine kleine finanzielle Entschädigung erhält: Bei 100 der insgesamt 200 gemeinnützigen Arbeitsstunden, die der 29-jährige Hauptangeklagte ableisten muss, ist der Opferentschädigungsverein „Ausgleich“ involviert. Dieser leitet für jede geleistete Stunde eine symbolische Entlohnung als Schadenswiedergutmachung an das Opfer weiter, insgesamt sind es 800 Euro.

Von Heidi Niemann

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