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Gezielte Förderungen für Gründer

Südniedersachsen-Innovationscampus Gezielte Förderungen für Gründer

Der Südniedersachsen-Innovationscampus (SNIC) in Göttingen will Firmengründungen – insbesondere im Bereich der Lebenswissenschaften – gezielt fördern. Einen Förderbescheid zur Einrichtung eines sogenannten Accelerators überreichte Staatssekretärin Birgit Honé.

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Übergabe des Fördermittelbescheids mit Staatssekretärin Birgit Honé (4.v.l.).

Quelle: Gerd Aschoff

Göttingen. Der Südniedersachsen-Innovationscampus (SNIC) in Göttingen will künftig Firmengründungen – insbesondere im Bereich der Lebenswissenschaften – gezielt fördern. Einen Förderbescheid zur Einrichtung eines sogenannten Accelerators überreichte Staatssekretärin Birgit Honé (SPD) am 6. Oktober.

Der zunächst auf zwei Jahre befristete Accelerator wird voraussichtlich auf einer Fläche von 200 bis 300 Quadratmetern auf dem ehemaligen Sartorius-Gelände an der Weender Landstraße entstehen, kündigte SNIC-Geschäftsstellenleiterin Mascha Albrecht an. Dort sei der SNIC bereits mit seinem Pre-Inkubator, der ebenfalls Gründer unterstütze, präsent. Außerdem befinde sich dort der neue Gesundheitscampus.

„Um einen Platz im Accelerator können sich Gründerteams bewerben“, führte Albrecht aus. Der sogenannte „AcceleRat“, ein halbjährlich tagendes Gremium mit Vertretern aus der Wirtschaft, suche die erfolgversprechendsten Start-ups aus. Über die Vergabe entscheide am Ende eine Steuerungsgruppe. Ihr gehörten Vertreter der südniedersächsischen Hochschulen und der Wirtschaftsförderungen an.

„Drei bis sechs Teams werden jeweils über einen Zeitraum von rund sechs Monaten intensiv von Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft bei der Gründung ihrer Firma unterstützt“, ergänzte Martin Stammann von der Gründungsförderung der Universität Göttingen. Die angehenden Unternehmer würden gecoacht und geschult. Qualifizierungen seien etwa in Bereichen wie Marketing, Steuerrecht, Organisation oder Internationalisierung denkbar. „In Fragen, wie sich eigene Erfindungen unterstützen lassen, berät die Patentverwertungsagentur MBM ScienceBridge der Universität Göttingen und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Kultur“, führte Stammann aus. Den Teams würden zudem Laborräume in der Region zugängig gemacht, um sie langfristig in Südniedersachsen zu halten. Ein Netzwerk von sogenannten Business Angels und Kapitalgebern unterstütze bei der Fördermittelsuche und bei Finanzierungen.

150.000 Euro vom Land, 150.000 Euro von den Sparkassen

„Sechs solcher Acceleratoren finanziert das Land Niedersachsen mit insgesamt einer Million Euro“, sagte Staatssekretärin Birgit Honé bei der Übergabe des Förderbescheids. 150.000 Euro davon fließen ihren Angaben zufolge nach Göttingen. Dort hat die städtische Wirtschaftsförderung GWG unter Geschäftsführerin Ursula Haufe den Antrag gestellt. Haufe gewann Rainer Hald, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Göttingen, für das Projekt. Hald wiederum überzeugte die Vorstände der anderen sechs südniedersächsischen Sparkassen, sich an der 50-prozentigen Kofinanzierung zu beteiligen. Die Kreditinstitute stellen nun ebenfalls 150.000 Euro zur Verfügung. Von dem Geld werden unter anderem die drei Stellen des Accelerators finanziert: die eines Kümmerers, eines Assistenten und eines Verwaltungsmitarbeiters. Von einem „wesentlichen Puzzleteil, das dem SNIC noch fehlte“, sprach Staatssekretärin Honé.

„Das SNIC schlägt eine Brücke zwischen Hochschulen und Wirtschaft und vernetzt diese mit Partnern aus den Kommunen und Kammern“, erläuterte Geschäftsstellenleiterin Albrecht. Mit Technologieberatung, der Suche nach anwendungsbezogenen Forschungsergebnissen und seinem Unterstützungsangebot für kluge Köpfe wolle der SNIC das Innovationspotenzial zwischen Harz und Weserbergland „optimal“ nutzen. In der SNIC-Geschäftsstelle seien drei Personen tätig. Sie würden von 20 Kollegen in den Hochschulen und Wirtschaftsförderungen unterstützt. Die SNIC-Verbundprojekte werden von acht weiteren Personen koordiniert, größtenteils Professoren.

Von Michael Caspar

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