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Täglich "eine Handvoll" Pilzfälle

Giftinformationszentrum Täglich "eine Handvoll" Pilzfälle

Die Pilzsaison hat bereits begonnen und damit auch die Saison der Pilzvergiftungen. "Wir bearbeiten derzeit täglich etwa eine Handvoll Fälle", sagt Andreas Schaper, einer der beiden Leiter des Giftinformationszentrums Nord (GIZ) an der Universitätsmedizin Göttingen. Darunter waren bereits auch einig schwere Fälle.

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Quelle: Archiv

Göttingen. Vor etwa drei, vier Wochen habe die Saison begonnen.  Das warme und feuchte Wetter lässt die Pilze in der Region wachsen. "Seit dem steigert sich die Zahl der Anfragen", so GIZ-Chef Martin Ebbecke. Die Mediziner des GIZ sind für den gesamten Norddeutschen Raum zuständig. Bei einem der aktuellen Fälle mussten die Fachleute bereits ein Antidot verabreichen. Der Verzehr von Pilzen führte bei einer Patientin zu einer Leberschädigung. "Bei einem weiteren Ehepaar blieb es bei vorübergehenden Magen-Darm-Problemen", so Schaper. Ein großer Teil der Fälle der vergangenen Wochen stand im GIZ im Zusammenhang mit dem Sammeln von Champignons. Die können leicht mit dem giftigen Karbol-Egerling und mit dem Knollenblätterpilz verwechselt werden.

  Als eine der häufigsten Ursachen für schwere Pilzvergiftung im GIZ-Zuständigkeitsbereich nennt Ebbecke die Verwechselung von Champignons und dem gefährlichen Knollenblätterpilz. Das tückische daran: "Die Latenz", sagt Ebbecke. Das heißt, die Symptome der Vergiftung setzen erst mit Verzögerung ein. "Das kann bis zu zwölf Stunden dauern", sagt Schaper. Manche, die den Knollenblätterpilz zu sich genommen haben, bringen die Übelkeit dann nicht mehr in Zusammenhang mit der Mahlzeit.

Derzeit ist beispielsweise auch Saison für Pfifferlinge. Auch mit dem würzigen Speisepilz gibt es eine tückische Verwechslungsmöglichkeit: den Orangefuchsigen Raukopf. Vergiftungsfälle damit seien selten, so die GIZ-Mediziner. Um einen solchen Fall mit einer "mittelschweren" Vergiftung müssten sich die Fachleute kürzlich dennoch kümmern.  Vor ein paar Jahren, so erinnert sich Schaper, musste eine  Reisegruppe behandelt werden, acht Patienten hatten sich in Norwegen mit diesem Pilz vergiftet. Die Folgen einer solchen Verwechselung können schwerwiegende, bleibende Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen sein. Einige Mitglieder der Reisgruppesind chronisch krank geblieben. Auch für Pfifferlinge gilt also: Nicht sammeln, wenn man nicht ganz sicher ist. Der Pfifferling ist in den vergangenen Jahren in vielen Regionen zudem rar geworden.

Der Giftnotruf in der Universitätsmedizin Göttingen ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erreichbar. Zehn Ärzte, Chemiker, Apotheker, Biologen, Biochemiker und Krankenschwestern bearbeiten etwa 37 000 Anfragen pro Jahr. Seit 1996
wurden dort Erfahrungen mit insgesamt knapp 600 000 Vergiftungen gesammelt. Beraten werden medizinische Laien und Ärzte, Telefon 0551/ 19240. bib

Pilze sprießen aus dem Boden
"Es geht gerade richtig rund": Der Regen der vergangenen Tage lasse nun überall in der Region die Pilze sprießen, sagt Pilzexpertin Gudrun Fricke-Bode. Bei einem Ausflug ins Nieme- oder Rodetal könne man im Moment eine Unmenge an Pilzen finden. Doch auch der Göttinger Stadtwald gebe einiges her. Besonders Röhrlinge, Täublinge, Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen, Stockschwänzchen und Austernseitlinge seien überall zu finden. Sogar seltene Sorten wie Eichhasen und Herbsttrompeten wüchsen derzeit in der Region.

Doch auch mit jeder Form von Giftpilzen müsse man rechnen, so Fricke-Bode. Sie erhalte derzeit regelmäßig Anrufe wegen (leichter) Pilzvergiftungen, vor allem bei Kindern, die im Garten wachsende Pilze, zum Beispiel Düngerlinge, essen. Bei den Lehrwanderungen, die Fricke-Bode anbietet, werden deshalb außer Speisepilzen auch Giftpilze besprochen. Die Touren führen zu unterschiedlichen Orten rund um Göttingen. Die nächste Wanderung ist für Sonntag, 23. Juli, geplant. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Kirche in Bühren. Die Tour dauert drei Stunden. Mitbringen sollte man wetterfeste Kleidung, Körbchen, Messer, Zettel und Stift. Anmeldung per E-Mail an mail@pilztreff.de oder telefonisch unter 0160/8154361. gb

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