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Gladebeck und Asche lehnen Stromtrasse ab

Ortsratssitzung Gladebeck und Asche lehnen Stromtrasse ab

Eigentlich war sie für die Gladebecker weit weg. Aber „jetzt sind wir betroffen“, machte Ortsbürgermeister Michel Selke (FDP) sehr deutlich: Laut Raumordnungsverfahren sollte die die 380-Kilovolt (kV)-Leitung östlich von Gladebeck verlegt werden. In ihren neuen Planungen will die Firma Tennet die Höchstspannungsleitung nun doch westlich des Dorfes am Gladeberg verlegen.

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Blick in die Natur in Richtung Norden: Westlich von Gladebeck soll die Höchstspannungsleitung verlaufen.

Quelle: Hinzmann

Gladebeck / Asche. In einer gemeinsamen Sitzung der Ortsräte Gladebeck und Asche wurden die neuen Pläne vorgestellt. Nahezu 100 Zuhörer waren dazu ins Gladebecker Gasthaus Zum Krug gekommen.

30 Meter hoch seien die Masten für 110-kV-Leitungen, etwa 80 Meter hoch müsse man sich die Masten für die 380-kV-Leitung denken, schilderte Ortsratsmitglied Ulrike Berghahn (Grüne), die sich auch im Umweltbeirat Hardegsen engagiert, die Ausmaße der Anlagen. Sie vermutete, dass die Leukämierate bei Kindern im Umfeld solcher Leitungen steigen und bei älteren Menschen Herzschrittmacher Probleme machen könnten.

Deutlich machte Berghahn den Landschaftsverbrauch: Das Fundament für einen Mast müsse 150 Quadratmeter groß sein. Die Planungen für die Trasse im Westen von Gladebeck sei bereits vor einem Jahr abgelehnt worden, sagten Berghahn und Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts (parteilos).

Von einer „netztechnischen Begründung“ für die Verlegung der Trasse nach Westen sprach Sjuts. Am Netz habe sich aber nichts geändert, weshalb ihm diese Begründung fadenscheinig erscheine.

Gründung einer Bürgerinitiative?

Eine Freileitung sei allein aus Sicht des Natur- und Artenschutzes ohnehin problematisch, bekräftigte Helmut Rang die Zweifel. Der Beauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege im Landkreis Northeim legte dar, dass die westliche Variante die Probleme noch verstärke. Sie zerschneide das Landschaftsschutzgebiet Leinebergland, und das Landschaftsbild werde „empfindlich gestört“.

Für besonders geschützte Vogelarten wie Bussard, Uhu und den in Südniedersachsen einzigartig verbreiteten Milan sei gerade am Waldrand die Gefahr des Vogelschlags gegeben. Auch Zugvögel wie Kraniche seien durch die Leitung verstärkt gefährdet.

Auf den Werteverlust für Grund und Boden durch die Leitung wies ein Gladebecker hin. Dass Geld bei der Verlegung der Trasse eine entscheidende Rolle spiele, darin waren sich die meisten Anwesenden einig. Ortsbürgermeister Selke regte die Gründung einer Bürgerinitiative gegen die Höchstspannungsleitung an.

Zu Beginn der Sitzung hatte Selke der Verwaltung der Stadt Hardegsen Mängel bei der Weitergabe von wichtigen Informationen vorgeworfen und forderte „absolute Transparenz“. In einem Dringlichkeitsbeschluss noch vor der Beratung verwiesen die Ortsräte von Gladebeck und Asche darauf, dass die westliche Trasse im Raumordnungsverfahren aufgrund erheblicher zusätzlicher Belastungen für Mensch und Natur bereits abgelehnt wurde.

Sie äußerten Unverständnis über das Begehren der Firma, diese Trasse dennoch zu bauen und lehnten die Trasse zwischen beiden Ortschaften einstimmig ab.

Von Ute Lawrenz

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Aufruf

Zur Gründung einer Bürgerinitiative (BI) gegen den Bau der 380-Kilovolt-Stromtrasse Gladebeck-Asche ruft der Ortsbürgermeister von Gladebeck, Michael Selke (Bürgerliste), auf. Die Initiative soll sich laut Selke für den Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier einsetzen.

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