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Glas Cola oder drei Monate Wasser

Sorgen über Trinkwasserzusatz Glas Cola oder drei Monate Wasser

Was bedeutet der hohe Sulfatanteil im Trinkwasser aus der Quelle Ballenhausen? Und welche Folgen kann der Zusatz der Chemikalie Phosphat im enthärteten Trinkwasser haben, wie er derzeit in der Gemeinde Rosdorf beigegeben wird und wie das eines Tages auch in Friedländer Ortschaften geschehen soll?

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Friedland/Rosdorf. Diese Fragen hatte eine Arbeitsgruppe aus Niedernjesa gestellt, die für weicheres Trinkwasser kämpft und besorgt zur Kenntnis nahm, dass der Sulfatanteil im Wasser aus Ballenhausen den Grenzwert um 100 Prozent überschreitet.

In der jüngsten Bauausschusssitzung des Gemeinderates Friedland nahm dazu der Lebensmittelchemiker, Mikrobiologe und Verfahrens- und Anlagentechniker Ulrich Schmelz vom Trinkwasserlabor der Universitätsmedizin Göttingen Stellung.

Er machte klar, dass in Rosdorf Phosphat dem Wasser aus der Enthärtungsanlage nur beigefügt wird, um die teils über Jahrzehnte mit Kalkablagerungen aus hartem Wasser versehenen Rohrleitungen vor Korrosion zu schützen. Dabei würden nur Spuren des Salzes beigegeben, die selbst bei Dialysepatienten unbedenklich seien.

Seinen komplizierten Berechnungen mit Milligramm und Zehnerpotenzen fügte Schmelz auf Tageblatt-Anfrage noch ein verständliches Beispiel an: Auch in Coca-Cola ist Phosphat enthalten. Wer auf ein einziges Glas Cola (0,33 Liter) verzichtet, kann drei Monate lang täglich einen ganzen Liter enthärtetes Rosdorfer Wasser trinken, um dieselbe Menge Phosphat aufzunehmen. Und davon bliebe ihm, weil es Polyphosphate sind, die zugesetzt werden, lediglich ein Zehntel dessen im Körper, was ein Glas Cola enthält.

Auch beim Thema Sulfat gab Schmelz Entwarnung: Es sei ohne jede toxische Relevanz, also ungiftig. Überschreitungen des aus rein technischer Bedeutung festgesetzten Grenzwertes würden dann toleriert, wenn der Sulfatanteil geogen bedingt, also durch Erdschichten, aus denen das Wasser kommt, natürlich enthalten sei.

Weil in diesem Fall auch Calzium und Magnesium dem Körper zugeführt werden, habe der hohe Sulfatanteil „allenfalls Vorteile, keine Nachteile“ – sieht man einmal von einem etwas höheren Waschmittelbedarf oder dem Einsatz von Weichspülern ab. Der Wert des Wassers werde durch geogenes Sulfat „sogar erhöht – wie beim Mineralwasser“, schloss Schmelz seine „Chemiestunde“ (ein Zuhörer) ab.

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