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Gleichen: Projekt „Jung kauft Alt“ gescheitert

Lange Diskussion Gleichen: Projekt „Jung kauft Alt“ gescheitert

Die Idee ist einfach: Damit nicht immer mehr verlassene Häuser in den Dörfern verfallen und die Orte veröden, gibt die politische Gemeinde beim Verkauf ein wenig Hilfestellung. „Jung kauft Alt“ hatte die CDU im Gleichener Rat das von ihr angeregte Förderprogramm mit 18 000 Euro Startkapital betitelt.

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Bedrückender Leerstand: Alte Häuser in den Dörfern sind nur schwer zu verkaufen – auch in Ischenrode.

Quelle: Pförtner

Gleichen. Aber daraus wird nichts: Nach langer Diskussion lehnten SPD und Grüne den Antrag im Rat mit klarer Mehrheit ab. Sie setzen auf andere Bereiche wie Kinderbetreuung und Mobilität, um die ländlichen Gleichen-Dörfer für junge Familien attraktiv zu machen. Der Vertreter der BsP enthielt sich.

Es bedrückt alle Politiker im Gemeinderat und auch auf Ortsebene: Jungen Bürger ziehen weg, wenig junge Familien siedeln sich in den Dörfern neu an. Gehen ältere Bürger in ein Altenheim oder sterben, bleiben ihre Häuser oft unbewohnt.

Vor diesem Hintergrund hatte der Rat bereits vor einiger Zeit beschlossen, keine Neubaugebiete mehr auszuweisen. Zunächst sollen freie Bauplätze verkauft, Baulücken geschlossen und alte, frei werdende Objekte vermarktet werden.

Letzteres wollte die CDU forcieren. Ihr Vorschlag: Die Gemeinde zahlt Verkäufern einen Zuschuss für ein Gutachten zum Zustand der Immobilie. Im Gegenzug darf die Gemeinde das Gutachten möglichen Interessenten zur Verfügung stellen. Die Häuser müssen mindestens 40 Jahre alt sein, der Zuschuss sollte maximal 500 Euro betragen.

Und darüber hinaus sollten Käufer mit Kindern noch ein Altbaukindergeld in Höhe von 500 Euro je Kind bekommen.

Nur knapp 30 leer stehende alte Häuser

Es gehe nicht nur um echte Leerstände, ergänzte Werner Wille (CDU) im Rat. Das Programm richte sich besonders an alte Menschen, die in ein Altenheim umziehen wollen, aber erst ihr Haus verkaufen müssen. „Wir sollten es wenigsten für ein Jahr versuchen“, so Wille. Damit könne sich Gleichen auch besonders gegenüber andere Gemeinden „herausstellen“, ergänzte Wolfgang Schöngraf (CDU).

Was alle Fraktionen überraschte: Bei einer Abfrage hatten die 16 Ortsbürgermeister kürzlich nur knapp 30 leer stehende alte Häuser gemeldet – viele hatten mit mehr gerechnet. SPD und Grüne bezweifeln außerdem, dass das Projekt „Jung kauf Alt“ zum gewünschten Ziel führe.

„Ein Kinderbonus dürfte kaum kaufentscheidend sein“, sagte für SPD Jörg Dietrich-Munzel.

Zudem bestehe die Gefahr, dass mit dem Förderprogramm die Immobilienpreise künstlich in die Höhe getrieben werden. Es müsse zwar tatsächlich noch mehr getan werden, um die Dörfer für junge Familien attraktiv zu machen, ergänzte Stefan Heinemann (Grüne).

Effektiver sei es dabei aber, die Kinderbetreuung, die öffentlichen Verkehrangebote und den Bereich Naherholung gezielt weiter zu entwickeln.

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