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Glücksspiel: Göttinger verzocken zwölf Millionen Euro im Jahr

Automatensteuer 2012 Glücksspiel: Göttinger verzocken zwölf Millionen Euro im Jahr

Die Göttinger verzocken immer mehr Geld – und nicht nur die Glücksspielbranche profitiert, sondern auch die Stadtkasse. Nahm die Stadt Göttingen im Jahr 2011 über die Automatensteuer noch rund eine Million Euro ein, waren es im vergangenen Jahr bereits gut 1,8 Millionen Euro – fast eine Verdopplung.

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Und noch eine Münze: Die Göttinger stecken 2012 rund zwölf Millionen Euro in Glücksspielautomaten.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Der Steuersatz beträgt 15 Prozent: Demnach haben die Göttinger 2012 rund zwölf Millionen Euro in Geldspielautomaten gesteckt. Dabei blieb die Zahl der Geldspielautomaten relativ konstant, wie Verwaltungssprecher Detlef Johannson auf Anfrage mitteilt. Demnach waren im Jahr 2011 noch 456, im Jahr danach 465 dieser Geräte in Göttinger Spielhallen und Kneipen in Betrieb. Derzeit sind es 463 Automaten.

Die Stadt Göttingen hatte durchaus mit Mehreinnahmen bei der Automatensteuer gerechnet. Immerhin hatte sie diese im vergangenen Jahr von zwölf auf 15 Prozent erhöht. Allerdings hatte sie damals mit einem Plus von etwa 200 000 Euro gerechnet. Jetzt sind es 800 000 Euro mehr. Für Uta Dormann von der Göttinger Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention ein klarer Hinweis darauf, dass „immer mehr Leute regelmäßig spielen – oder einige immer intensiver spielen“. Beides sei alarmierend.

Die Expertin für Glücksspielprävention verzeichnet seit Jahren einen Anstieg der Beratungsfälle. Dieser Trend habe sich auch 2012 fortgesetzt, sagt Dormann. Knapp 100 Betroffene hätten allein im vergangenen Jahr die Fachstelle wegen ihrer Glücksspielsucht aufgesucht. Darunter seien immer häufiger junge Erwachsene.

Geeignete Maßnahmen fehlen

Ihr Fazit: „Immer mehr Leute haben ein Spielproblem und brauchen Hilfe.“ Denn die Betroffenen litten massiv unter ihrer Spielsucht, könnten an nichts anderes mehr denken. Viele hätten Probleme im Beruf und oftmals hohe Schulden.

Geeignete Maßnahmen, den Zugang zu Glücksspielen zu erschweren, fehlten hierzulande jedoch, betont Dormann. Dabei gebe es eine große Dunkelziffer bei den Zockern, weil zum Beispiel auch massenhaft Glücksspielangebote im Internet verfügbar seien.

Die Glücksspielbranche in Göttingen hatte damals übrigens heftig protestiert, als die Automatensteuer erhöht wurde. Der Vorwurf: Bei diesem Steuersatz ließen sich die Geräte nur noch schwer wirtschaftlich betreiben. Die jetzt vorgelegten Zahlen sprechen eine andere Sprache.

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