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„Wir sind wirklich dicht dran“

Frühere Baptistenkirche soll Kino werden „Wir sind wirklich dicht dran“

Ein Kino in der alten Baptistenkirche wird immer wahrscheinlicher. Der Verein Filmkunstfreunde Göttingen will das alte Gebäude von der Stadt kaufen, aber mehrere bisherige Ansätze waren gescheitert. „Jetzt sind wir wirklich dicht dran“, sagte der Vereinsvorsitzende Matthias Sonnenburg.

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Quelle: Jan Vetter

Göttingen. Es habe gerade erst wieder Gespräche mit der Göttinger Stadtverwaltung und Architekten gegeben, bestätigte Sonnenburg. Und es gebe wieder intensive Gespräche mit einem Investor und einem Betreiber für das Projekt.

Die Filmkunstfreunde wollen das 115 Jahre alte und seit langem leer stehende Kirchengebäude an der Bürgerstraße unmittelbar neben dem früheren Gebäude der Voigt-Schule kaufen und dort ein Kino betreiben. Die Stadt will das Objekt schon lange verkaufen. Es gab auch andere Anfragen und einen schon fast abgeschlossenen Vertrag mit einem Braunschweiger Investor, aber alle bisherigen Überlegungen verliefen im Sande.

Seit 2014 unterstützt der Rat die Kino-Pläne ganz offiziell – per Ratsbeschluss. Seitdem waren die Filmkunstfreunde bereits zweimal weit gekommen, aber immer kam etwas dazwischen. Vor etwa einem Jahr starb ihr damaliger Geldgeber kurz vor Vertragsabschluss. „Jetzt sieht es wirklich gut aus“, ist Sonnenburg zuversichtlich. Eine konkrete Zeitschiene könne er aber nicht legen.

Die Filmkunstfreunde wollen das schlichte, große Kirchenhaus sanieren und umbauen. Geplant ist ein Kino, das die Lücke zwischen dem Lumière und dem Cinemaxx schließt. Der Kinosaal soll auch für andere Veranstaltungen, etwa Lesungen oder Konzerte, genutzt werden können. Eine kleine Gastronomie sei denkbar, hatte Sonnenburg bereits früher erklärt. Zudem bliebe dem Investor Platz im hinteren Gebäudeteil für Wohnungen oder Büros.

30 Jahre Leerstand hätten allerdings Spuren hinterlassen, so der Vereinsvorsitzende. „Die Grundsubstanz ist in Ordnung“, aber es müsse einiges neu und anders gestaltet werden. Unter anderem müssten die Eingangstür und das Treppenhaus versetzt werden, so Sonnenburg: „Aber die Grundstruktur und der Saal sollen so bleiben.“ Bisher hatte er die nötigen Investitionen auf rund eine Million Euro beziffert.

Die Baptistenkirche

Die Baptistenkirche wurde 1902 gebaut, Grundsteinlegung war am 5. September, im August 1906 wurde die Kapelle eröffnet. Das Gotteshaus bot Platz für 425 Gäste. 1984 zogen die Göttinger Baptisten in ihr neues Gemeindezentrum auf der gegenüberliegenden Straßenseite, im Tausch für das Grundstück ging die alte Kirche in den Besitz der Stadt über. Einige Jahre war dann ein Jugendzentrum in dem heute maroden Haus untergebracht.

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