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Göttingen beim Pilgern neu entdecken

Stadtpilgerweg eröffnet Göttingen beim Pilgern neu entdecken

Seit Dienstag ist der Göttinger Stadtpilgerweg eröffnet. Erarbeitet haben ihn Charlotte Scheller, Pastorin in Roringen, Herberhausen und der Christopherusgemeinde Göttingen und Amélie zu Dohna, Referentin für Pilgern im Haus Kirchlicher Dienste in Hannover.

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Auf dem Stadtpilgerweg: Amélie zu Dohna gibt den Pilgern einen Impuls für den weiteren Weg.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. Der Göttinger Stadtpilgerweg hat eine Länge von drei Kilometern. Nach Angaben der beiden Autorinnen werden für diese und die sieben Stationen etwa zwei Stunden benötigt. Die Stationen sind: Marienkirche, Beginn und Ende, Paulinerkirche, Wall mit Blick in den Botanischen Garten, St. Albani-Kirche, Figurenspielplatz, St. Michael, und Altes Rathaus. Die Idee zum Pilgerweg sei entstanden, weil es bereits in anderen Städten Stadtpilgerwege gebe und es ein passendes Thema für das Reformationsjahr gewesen sei. Scheller und zu Dohna haben den Weg im Auftrag des Kirchenkreises erarbeitet.

Auf dem Pilgerweg

Auf dem Pilgerweg

Quelle: Arne Bänsch

Die erste Führung auf dem Stadtpilgerweg begann an der Johanniskirche, in der zuvor der zentrale Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum gefeiert wurde. „Der Stadtpilgerweg hat keine Beschilderung, sondern steht in einem Heft, mit dem man ihn dann auch alleine abgehen kann“, erklärte zu Dohna. Pilgerwege in einer Stadt seien zudem immer eine besondere Herausforderung, da die Pilger auf der Suche nach Besinnung keine Unterstützung zum Beispiel durch eine ruhige Natur bekämen, sondern das Alltagstreiben um sie herum weitergehe. „Allerdings haben Sie beim Pilgern die Gelegenheit, ihre Umgebung neu kennenzulernen“,sagte zu Dohna zu den etwa 30 Teilnehmern. Den Pilgersegen und den Impuls für die ersten Station sprach sie an der Johanniskirche, denn während der Eröffnung wurden nicht alle sieben Stationen besucht.

Reformation erst 1529 in Göttingen

Außerdem erfuhren die Teilnehmer hier auch, dass die Reformation in Göttingen erst 1529 stattgefunden habe. Von St. Johannis bis zur zweiten Station, der Paulinerkirche, hatten die Teilnehmer die Aufgabe, über die Frage nachzudenken wogegen sie gern protestieren würden.

Auf dem Pilgerweg

Auf dem Pilgerweg.

Quelle: Arne Bänsch

Hier an der Paulinerkirche soll der erste evangelische Gottesdienst in Göttingen gewesen sein“, sagte zu Dohna. Zudem zeigte sie auf, dass im Glauben nicht das Wissen entscheidend sei. Die Frage zum Nachdenken für den Weg bis zur Albanikirche lautete: „Welche Worte oder Sätze aus der Bibel beeinflussen mein Leben.“ Darüber konnten die Teilnehmer auch untereinander sprechen und den anderen erklären, warum bestimmte Worte für sie wichtig sind.

Einblick in die Göttinger Reformationsgeschichte

An der Albanikirche gab zu Dohna einen Einblick in die Göttinger Reformationsgeschichte und ging auf die politischen und kirchlichen Neuerungen ein, die am 18. November 1529 beschlossen wurden, ein.

Auf dem Figurenspielplatz im Cheltenham-Park zeigte sich, dass die Teilnehmer diesen Ort während des Stadtpilgerweges bewusster wahrnahmen. Denn den meisten war bei den vorherigen Besuchen nicht aufgefallen, dass die dortigen Tierfiguren unfertig sind. „Der Stadtpilgerweg gibt einem die Gelegenheit, seine Stadt neu kennenzulernen. Denn man entdeckt hierbei an vielen Stellen Dinge, die man bisher nicht gesehen hat“, sagte ein Teilnehmer. Der Stadtpilgerweg führte die Pilger dann vom Figurenspielplatz zur Kirche St. Michael. „Obwohl die Reformation mit vielen kriegerischen Auseinandersetzungen verbunden war, verlief sie in Göttingen ruhig, denn der Rat und die Bürgerschaft entscheiden sich gemeinsam dafür evangelisch zu werden“, sagte zu Dohna. Am Alten Rathaus lautete der Impuls: „Für welche Überzeugungen stehe ich ein?“.

Von Vera Wölk

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