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Göttingen soll leiser werden

Stadt veröffentlicht ersten Lärmaktionsplan Göttingen soll leiser werden

Rund 25 000 Göttinger leiden unter Verkehrslärm. Das hat eine Untersuchung im vergangenen Jahr ergeben. Mit einem Lärmaktionsplan will die Stadt nun gegensteuern und Göttingen leiser machen. Der erste Entwurf liegt jetzt vor. Er sieht als kurzfristige Maßnahmen vor: Geschwindigkeitsreduzierungen auf den Hauptstraßen, lärmmindernden Asphalt sowie leisere Busse. Ferner sollen ruhige Gebiete geschützt werden.

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Lärm in Göttingen: Hauptverkehrsstraßen sind am lautesten.

Quelle: Stadt Göttingen; Grafik: hd

Göttingen. Die höchsten Lärmbelastungen treten auf den Hauptverkehrsstraßen in Göttingen auf. Das ist neben den Bundesstraßen 27 und 3 (zum Beispiel Kasseler Landstraße) auch die Autobahn 7.

Kasseler Landtsraße

Kasseler Landstraße: Hier leiden die Anwohner am meisten unter dem Lärm.

Auch Berliner und Bürgerstraße sind laut, hinzu kommen unter anderem der Kreuzbergring, die Reinhäuser Landstraße und weite Teile der Innenstadt inklusive Weender Straße. 25 400 Göttinger leiden täglich unter einem Lärmpegel von mehr als 55 Dezibel, 5700 von ihnen müssen sogar mit mehr als 65 Dezibel leben, was als gesundheitsgefährdend gilt.

Um den Lärm zu mindern, werden im aktuellen Lärmaktionsplan erste Vorschläge gemacht. Demnach sollen in der Innenstadt leisere Busse eingesetzt werden. Die Busse aus der City zu verbannen, sei hingegen keine Option. Schließlich nähmen sie eine bedeutende Funktion für die Attraktivität und Erreichbarkeit der Innenstadt ein. Im Gegenzug müsse der Autoverkehr auf dem Busring weiter reduziert werden. Pflaster soll zudem durch Asphalt ersetzt werden, zum Beispiel in Groner, Gotmar-, Kurze Geismar- und Nikolaistraße.

Tempo 50

Als effektive und schnell umzusetzende Maßnahme werden Geschwindigkeitsreduzierungen genannt. Dabei seien zwei Aspekte von Bedeutung: die Durchsetzung einer städtischen Höchstgeschwindigkeit von maximal Tempo 50 und Tempo 30 auf diversen Hauptverkehrsstraßen. Tempo 50 wird demnach für B 3, B 27, Kasseler Landstraße, Berliner Straße und Weender Landstraße vorgeschlagen, auf denen bisher Tempo 60 gilt.

Zudem wird empfohlen, nachts auf B 3 und B 27 die Geschwindigkeit noch weiter zu drosseln. Auch auf dem Rosdorfer Weg soll bereits ab Einmündung Sandweg Tempo 50 gelten.

Innenstadt: Busse machen hier am meisten Krach, sie sollen durch leisere ersetzt werden.

Ganztags Tempo 30 kommt laut Lärmaktionsplan für Teile des Kreuzbergrings, der Jheringstraße, der Hannoverschen Straße und des Friedländer Wegs in Betracht. Tempo 30 nur in der Nacht sei auf Teilen der Reinhäuser und Geismar Landstraße, Königsallee, Stettiner Straße, Güterbahnhofstraße, Von Ossietzky- und Dransfelder Straße möglich. Modellversuche zu Tempo 30, wie sie die Göttinger Grünen bereits fordern, werden auf einigen der genannten Straßen ebenfalls empfohlen.

Geprüft werden soll zudem, ob eine Reduzierung der Fahrspuren auf Weender Landstraße und Hannoverscher Straße zwischen Nikolausberger Weg und An der Lutter möglich ist. Dafür könnten zum Beispiel eine Busspur, eine Umweltspur für Bus und Rad oder ein Radweg eingerichtet werden. Ähnliches sei auch auf dem Kreuzbergring zwischen Weender Landstraße und Robert-Koch-Straße möglich, heißt es.

Ziel ist es zudem, ruhige Gebiete vor zunehmendem Lärm zu schützen. Darunter fallen zum Beispiel der Alte Botanische Garten, Schillerwiese, Cheltenhampark, Kiessee, Friedhöfe und der Stadtwald.

Allein mit den kurzfristigen Empfehlungen zur Lärmminderung könnten mehr als 5000 Einwohner entlastet werden, heißt es abschließend im Bericht. Diese Vorschläge sollen nun diskutiert werden, und zwar zu allererst von den Bürgern. Die haben ab sofort die Möglichkeit, mitzureden und ihre Meinung zu sagen. Erst dann entscheidet die Politik. Der Lärmaktionsplan soll dieses Jahr beschlossen und alle fünf Jahre fortgeschrieben werden.

Lärmaktionsplan im Netz

Der Lärmaktionsplan mit Karten und weiteren Unterlagen ist ab sofort im Internet unter laermaktionsplan.goettingen.de abzurufen. Der Entwurf kann außerdem von Montag, 8. April, bis Freitag, 3. Mai, im Neuen Rathaus eingesehen werden.

Ab dem 8. April wird auf der Internetseite zudem ein Fragebogen für Bürger freigeschaltet. Am Dienstag, 9. April, findet im Ratssaal des Neuen Rathauses ein öffentliches Lärmforum statt. Die Info-Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr.

Stellungnahmen zum Planentwurf können Bürger bis zum 3. Mai per E-Mail an laermaktionsplan@goettingen.de oder schriftlich an die Stadt Göttingen (Fachbereich Stadtgrün und Umwelt, Hiroshimaplatz 1-4, 37 083 Göttingen) richten.

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Stellungnahmen von Bürgern
Kasseler Landstraße: Lärmstress durch Lkw- und Pkw-Verkehr.

25 000 Göttinger sind von zu viel Lärm betroffen. Vor allem der Straßenverkehr ist dabei der Hauptverursacher. 5700 Bürger leben mit einem Lärmpegel von mehr als 65 Dezibel. Lärm in dieser Lautstärke gilt als gesundheitsgefährdend. Mit einem Lärmaktionsplan will die Stadt Göttingen nun gegensteuern.

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