Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Göttingen verbietet Böllern in Innenstadt

Brandwache im Alten Rathaus zu Silvester Göttingen verbietet Böllern in Innenstadt

Zum ersten Mal verbietet Göttingen in diesem Jahr in der Innenstadt Böller, Raketen und andere Feuerwerke der Kategorie 2. Das Verbot gilt für den Silvester- und Neujahrstag zur Jahreswende 2016/17. Die Stadt reagiert damit auf gefährliche Situationen am Markt in vorangegangenen Silvesternächten.

Voriger Artikel
„Diese Frau gehört definitiv zur Geschichte Niedersachsens“
Nächster Artikel
Nazi-Gegnerin Mensah-Schramm droht Verurteilung

Göttingen. Nach der sogenannten Allgemeinverfügung durch Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) darf auch am Silvester-Sonnabend, 31. Dezember 2016, und am Sonntag, 1. Januar 2017, den ganzen Tag über innerhalb der Wallanlagen und auf dem Wall kein Feuerwerk der Kategorie 2 gezündet werden. An den anderen Tagen im Jahr ist böllern mit solchen Knallern und Raketen ohnehin verboten. Wer dennoch Feuerwerke zündet, begehe eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld bestraft werden kann, so die Stadtverwaltung.

„Gemischte Streifenteams“ von Stadtordnungsdienst und Polizei

Durchsetzen will sie das Böller-Verbot gemeinsam mit der Polizei. Bereits am frühen Silvesterabend würden „gemischte Streifenteams“ von Stadtordnungsdienst und Polizei in der Innenstadt unterwegs sein, die Situation beobachten und bei Verstößen reagieren, erklärte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Etwa zehn Teams seien vorgesehen, ergänzte Rainer Nolte, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Göttingen.

Verboten ist der Gebrauch von Feuerwerk, nicht der Besitz. Werde dagegen verstoßen, würden gegebenenfalls Verwarngelder festgesetzt, bar kassiert und auch Böller beschlagnahmt. „50 Euro und mehr könnten dann fällig sein“, so Nolte. Vorrangig gehe es bei der Initiative aber um Information und Prävention, erklärt der Leiter des städtischen Fachbereiches Ordnung, Harald Melzer.  „Wir werden Flyer verteilen, die Leute ansprechen und über die Gefahren informieren“, ergänzt Nolte.

Raketen auf Menschengruppen

Mit dem kompletten Böllerverbot reagiert die Stadt auf Erfahren in zurückliegenden Silvesternächten. Ohrenbetäubendes Krachen, zischende Raketen und Dauerknallen hatten nicht nur die Silvesternacht 2015/16 am Gänseliesel in der Innenstadt geprägt. Immer wieder feuerten Feiernde ihre Raketen auch auf gegenüberstehende Menschengruppen und umstehende Gebäude ab. Mindestens ein Verletzter musste medizinisch versorgt werden, in einigen Straßen gab es beschädigte Fensterscheiben. Die Polizei bestätigte später „schwierigen Verhältnissen“ und eine „gewohnt unübersichtliche“ Situation. Im Jahr davor hatten Feiernde auch Feuerwehrfahrzeuge und Retter gezielt mit Raketen beschossen. Seit 2012 hatten Ratspolitiker, Verwaltung und Polizei immer wieder über ein Feuerwerksverbot in der Innenstadt diskutiert. Jetzt machen sie ernst und folgen damit anderen Städten wie Goslar, Northeim und Hann. Münden.

Besondere Feuergefahr

Faktisch gibt es ein Böllerverbot in der Altstadt durch ein Landesgesetz schon lange: Danach dürfen Feuerwerke auch in der Silvesternacht nicht in der Nähe (bis zu 200 Meter) von Kirchen, Krankenhäusern, Kitas und Altenheimen gezündet werden. Damit gab es auch bisher eigentlich keinen zulässigen Bereich innerhalb des Göttinger Walls. In diesem Jahr habe das Böllerverbot aber noch einen besonderen Hintergrund, bestätigen Johannson und Nolte: Das Alte Rathaus am Markt wird zurzeit saniert, das Dach ist abgedeckt. Dadurch bestehe besondere Feuergefahr, wenn brennende Raketen auf dem Gebäude landen. Um vorzubeugen, werde die Göttinger Feuerwehr die ganze Nacht über mehrere Brandsicherheitswachen auf dem Dach und Dachboden positionieren. „Wer trotzdem Raketen Richtung Altes Rathaus abschießt, muss wissen, dass er damit Menschen in höchste Gefahr bringt“, sagt Johannson.

Feuerwerke Kategorie 12
Pyrotechnische Gegenstände – sogenannte Feuerwerkskörper und Böller - der Kategorie 2 erkennt man an der Kennzeichnung „F2“ bzw. „PII“. Sie dürfen in Deutschland nur vom 29. bis zum 31. Dezember verkauft werden. Zur Kategorie 2 zählen Feuerwerksbatterien, Raketensortimente, Einzelraketen, Leuchtfeuerwerk wie Bengalfeuer und Schwärmer sowie Knallartikel wie Chinaböller, Knallfrösche und Doppelschläge. Nach Informationen des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes haften auch Hobby-Feuerwerker für Schäden und Verletzungen anderer.       us
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt