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Göttingen will Baptistenkirche und Voigtschule verkaufen

Aus für Kino? Göttingen will Baptistenkirche und Voigtschule verkaufen

Die Stadt Göttingen will die ehemalige Baptistenkirche und die benachbarte, unter Denkmalschutz stehende ehemalige Voigtschule verkaufen – nicht einzeln, sondern nur als Paket. Dies sehen Verkaufsunterlagen vor, über die am Donnerstag der Bauausschuss entscheiden soll.

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Ehemalige Baptistenkirche und Voigtschule an der Bürgerstraße: Die Stadt will beide Immobilien gemeinsam verkaufen.

Quelle: Vetter

Göttingen. „Ein Bebauungsplanverfahren, ein Verkehrs- und Erschließungskonzept, eine Freiflächenplanung – das ist unser Ziel, das wir formuliert haben“, erklärt Verwaltungssprecher Detlef Johannson den angestrebten Verkauf im Doppelpack. „Man muss ja kein Prophet sein, um zu wissen, dass es deutlich aufwändiger und schwieriger wird, die Planungen von zwei Investoren abzustimmen und zu synchronisieren.“ Welche Mindesteinnahmen die Stadt mit dem Verkauf der Gebäude und dem insgesamt rund 4200 Quadratmeter großen Grundstück „an einem attraktiven Standort“, so das Exposé, erzielen will, lässt Johannson offen. Der Bodenrichtwert liegt hier aktuell bei 185 Euro pro Quadratmeter.

Nutzung für Dienstleistungen, Wohnen, Gastronomie

Als Nutzungsmöglichkeiten lässt die Stadt in der ehemaligen Voigt-Realschule Dienstleistungen (Büros, Kanzleien, Praxen) und Wohnen neben Gastronomie und Anlagen für Verwaltungen, Bildungseinrichtungen und Einrichtungen für kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke zu. Gleiches gilt für die Baptistenkirche. Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen werden ebenso ausgeschlossen wie Lebensmittel- und Einzelhandel sowie Vergnügungsstätten. Laut Verkaufsunterlagen erfolgt der Zuschlag für einen Bieter nach den Kriterien Kaufpreishöhe (50 Prozent), Nutzungskonzept (40 Prozent) und Freiflächenkonzept (10 Prozent). Nach Johannsons Auskunft sei das Interesse an den Grundstücken „ungebrochen“. Konkrete Zahlen von Interessenten wollte er auf Anfrage nicht nennen.

„Ein Verkauf im Ensemble wäre das Aus für unser Kino und unsere Initiative“, sagte Martin Sonnenburg, Vorsitzender des Vereins Filmkunstfreunde, am Donnerstag im Kulturausschuss. Er plädierte an Politik und Verwaltung, den angestrebten gemeinsamen Verkauf von Schule und Kirche zu überdenken. Im November hatte der Verein ein Konzept vorgestellt, mit Hilfe eines privaten Investors in der Kirche ein Programmkino einzurichten. Derzeit, so Sonnenburg, gebe es viel „Rückenwind von Bürgern“ für das Projekt, 1600 Unterschriften habe man inzwischen gesammelt, aber keinen Rückenwind von Seiten der Bauverwaltung. Nach Sonnenburgs Rechnung würden Investitionen von 200 000 Euro ausreichen, um ein Kino in der Kirche einrichten zu können.

Verwaltung sieht Rechnung mit Skepsis

Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck erläuterte, dass die Verwaltung diese Rechnung mit „Skepsis“ sehe. Sie lobte die Initiative für ihr Engagement. Gleichzeitig verneinte sie Sonnenburgs Vermutung, die Verkaufsunterlagen seien bereits auf einen konkreten Interessenten zugeschnitten. Sie sicherte der Initiative bei der weiteren Raumsuche Hilfe zu und brachte wechselnde Spielorte ins Spiel. Renate Bank (SPD) fragte, warum ein Kino in der Innenstadt nötig sei. Auch die Ortsteile müssten gestärkt werden. Sie schlug Filmvorführungen in Schulen vor. Wilhelm Gerhardy (CDU) bedauerte, dass er bei der Kinoinitiative für ihr Vorhaben keine Hoffnung wecken könne.

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Treffen der Filmkunstfreude

Ein Programmkino für die Universitätsstadt wünschen sich viele Göttinger wieder. Die Filmkunstfreunde kämpfen dafür. Sie setzen sich dafür ein, dass die Stadt das Gebäude der ehemaligen Baptistenkirche beim Verkauf mit einer Zweckbindung für kulturelle Nutzung versieht und so die Chance zur kulturellen Belebung der Innenstadt wahrnimmt. Nun sammeln sie Unterschriften dafür.

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