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„Göttinger Elch“ für Olli Dittrich

Satirepreis „Göttinger Elch“ für Olli Dittrich

Der Satirepreis „Göttinger Elch“ geht in diesem Jahr an den Komödianten, Musiker und Schauspieler Olli Dittrich. Die Auszeichnung wird jährlich für ein satirisches Gesamtwerk vergeben und ist mit 3.333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und 99 Dosen „Original Göttinger Elch - Rahmsüppchen“ dotiert.

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O.Dittrich

Quelle: EF

Olli Dittrich „ist ein Künstler, der der Fernsehkomik neue Wege erschlossen hat“, und „ein Meister der lustigen Mimikry, der in wechselnden Rollen die Komik - Kultur in Deutschland seit 20 Jahren mitgestaltet, ja prägt“, so die Jury. „Er machte intelligente Comedy, als das noch kein Widerspruch war.

Er brachte den sorgfältig gebauten, mit liebevoller Ironie und trockenem Humor gespielten Sketch wieder ins Fernsehen, als alle Welt auf platte, am Fließband produzierte Pointen setzte, und erwies sich damit als würdiger Nachfolger Loriots.“ Dittrich, heißt es in der Begründung der Jury weiter, habe es verstanden, „in seinen Figuren, die er in allen möglichen Milieus und Schichten ansiedelt, ein komisch treffendes Bild unseres Gesellschaft zu zeichnen, einer Gesellschaft, über die man nur lachen kann.“ Insbesondere die seit 2004 laufende Improvisationsserie „Dittsche“ sei beste aufklärerische Unterhaltung: „Während Politiker aus ihrer Verachtung der Unterschicht kein Hehl machen, gibt Olli Dittrich alias Dittsche den Verlierern, den Gescheiterten mit den Mitteln der Komik ihre Würde zurück und zeigt sie als Menschen, die mit skurrilem Aberwitz inmitten einer verrückt gewordenen Welt ihren Eigensinn behaupten.“

Der 1956 geborene Oliver „Olli“ Dittrich wurde in den 90er Jahren durch die Comedy - Serie „RTL Samstag Nacht“ bekannt. Einen regelmäßigen Höhepunkt der Sendungen bildete die mit Wigald Boning gespielte Talkshowparodie „Zwei Stühle – eine Meinung“. Ebenfalls mit Boning bildete er 1995 die Komik - Popgruppe „Die Doofen“, die mit Hits wie „Mief“ großen Erfolg hatte. Nach dem Ende von „RTL Samstag Nacht“ bekam Dittrich mit „Olli, Tiere, Sensationen“ eine eigene Sketch-Show im ZDF. 2001 erfand er das Improvisationsformat „Blind Date“, in dem er zusammen mit Anke Engelke ohne Drehbuch, aus dem Stegreif agierte.

2004 startete jene Improvisationsserie, die im Herbst 2010 in die 14. Staffel gehen wird: „Dittsche“. In ihr spielt Olli Dittrich einen Mann im Bademantel, der am Tresen eines Imbisslokals ebenso absurd wie treffend über Gott und die Welt, die Politik und den Alltag sinniert. Vor dem „Göttinger Elch“ wurde Olli Dittrich für seine Fernseharbeiten dreimal mit dem Adolf-Grimme-Preis geehrt: 1995 mit Wigald Boning für die Sketchreihe „Zwei Stühle – eine Meinung“, 2003 mit Anke Engelke für die Improvisationsserie „Blind Date“ und 2005 für „Dittsche – Das wirklich wahre Leben“. Das mit Boning gebildete Duo „Die Doofen“ wurde Mitte der 90er Jahre ebenfalls mehrmals ausgezeichnet, 1995 z.B. mit der „Goldenen Stimmgabel“ des ZDF.

Daneben erhielt Olli Dittrich als Schlagzeuger der Country - Band Texas Lightning zusammen mit den anderen Gruppenmitgliedern 2006 die Ehrenbürgerschaft des US-Bundesstaates Texas und der Stadt Texas im australischen Bundesstaat Queensland. Derzeit legt Olli Dittrich letzte Hand an seinen neuen Kinofilm: in "Die Relativitätstheorie der Liebe" spielt er zusammen mit Katja Riemann fünf verschiedene Großstadtpaare, deren "miteinander verwobene Geschichten vom gemeinsamen Glück und Leid am Ende von einem geprägt sind: von der unwiderstehlichen Kraft der Liebe", wie die Produktionsfirma Ufa Cinema mitteilte. Filmstart ist am Donnerstag, 21.Oktober 2010. Der Satirepreis „Göttinger Elch“ wird 2010 zum 13. Mal verliehen.

Die bisherigen Preisträger waren der Cartoonist Chlodwig Poth (1997), der Zeichner und Schriftsteller Robert Gernhardt (1999), der Kabarettist Gerhard Polt (2000), der Kolumnist und Übersetzer Harry Rowohlt (2001), die Karikaturistin Marie Marcks (2002), der Zeichner und Dichter F. W. Bernstein (2003), der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger (2004), der Komiker Otto Waalkes (2005), der Zeichner Hans Traxler (2006), der Zeichner und Musiker Ernst Kahl (2007), die bayerischen Volksmusiker und Kabarettisten der Biermösl Blosn (2008) sowie der Musiker, Schriftsteller und Filmemacher Helge Schneider (2009). Der „Göttinger Elch“ will den guten Ruf der komischen Künste festigen und das Ansehen der in Wort und Bild tätigen Satiriker im deutschen Sprachraum mehren. Der Preis hat seine Heimat nicht zufällig in Göttingen: Die Stadt hat Tradition in Sachen Satire, die im 18. Jahrhundert mit dem genialen Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg beginnt und bis in die jüngste Vergangenheit von den Wahl - Göttingern Robert Gernhardt und F.W. Bernstein fortgeführt wurde. Einem sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler Bernsteins ist der Name des Satirepreises entlehnt: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“ Die „Elch“ - Jury 2010: Antje Kunstmann, München, Verlegerin; Hilmar Beck, Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen; WP Fahrenberg, Ausstellungsbüro Göttingen; Achim Frenz, Museum für Komische Kunst Frankfurt am Main; Peter Köhler, Göttingen, Journalist; Martin Sonntag, Caricatura Kassel; Hans Zippert, Oberursel, Publizist; Helge Schneider, „Elch“ - Preisträger 2009.

Die feierliche Verleihung findet am Sonnabend, 25. September, im Deutschen Theater in Göttingen statt. Der Vorverkauf beginnt am Mittwoch, 01. September 2010. Karten sind ausschließlich an der Kasse des Deutschen Theaters, Tel. 0551 / 49 69 11, erhältlich (Öffnungszeiten: Mo - Fr 10.00 - 13.30 Uhr und 16.30 - 20.00 Uhr, Sa 11.00 - 14.00 Uhr). Mehr über den Elch und seine Preisträger unter www.goettinger-elch.de.

pdg

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