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Göttinger Friedenspreis geht an Tübinger Pädagokik-Institut

Unbehagen über Bundeswehr im Unterricht Göttinger Friedenspreis geht an Tübinger Pädagokik-Institut

„Sie nehmen den Auftrag aus der Präambel des Grundgesetzes ernst und setzen ihn um.“ Mit diesen Worten lobte Edelgard Bulmahn (SPD), Vizepräsidentin des Bundestages, die Preisträger des 16. Göttinger Friedenspreises, die Friedensforscher Günther Gugel und Uli Jäger vom Institut für Friedenspädagogik Tübingen.

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Preisverleihung in der Aula der Universität: Uli Jäger (l.) und Günther Gugel (r.) mit Laudator Andreas Zumach.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Preis der Stiftung Roland Röhl würdigt „die konzeptionelle Aufarbeitung und kreative Entwicklung friedenspädagogischer Erkenntnisse und deren praxisorientierte Umsetzung“.

Was sich so gestelzt anhört, erläuterte einer der Preisträger, Uli Jäger, am einfachen Beispiel: So hat das von der Berghof Foundation unterstützte Institut etwa eine Internet-Seite entwickelt, auf der Kinder und Jugendliche Fragen zu Krieg und Frieden stellen können, die sie beschäftigen (frieden-fragen.de). „Wohin fliehen die Menschen aus Syrien?“, lautet eine davon. Die Seite erklärt kindgerecht, wo Krieg herrscht, wie Kriege entstanden sind, wie Frieden möglich wird, welche Interessen Frieden verhindern.

Friedenspädagogik müsse an den Schulen gestärkt werden

Oder das Institut bringt Menschen aus aller Welt zusammen und lässt sie über Frieden reden und nach Lernansätzen suchen, wie er zu sichern ist. Eine Möglichkeit: Friedenspädagogik müsse an den Schulen gestärkt werden. Da deckt sich  das Ziel des in Göttingen ausgezeichneten Instituts mit den Forderungen, die schon Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel und auch Bulmahn in ihren Ansprachen geäußert hatten: „Friedenspädagogik gehört an Schulen und Hochschulen“, sagte etwa die Bundestags-Vizepräsidentin.

Aber wie sieht es wirklich aus? Die Bundeswehr kommt in die Schulen, klagte Jurymitglied Andreas Zumach. Zehn Länder haben in Staatsverträgen Friedenspädagogik ausgerechnet ans Militär übertragen. Als skandalös  bezeichnet Zumach es, dass das vielen Lehrern gar so recht sei, weil sie sich selbst nicht in der Lage sähen, das Thema zu vermitteln.

Sein Traum sei es, so Zumach, dass sich in fünf Jahren kein Lehrer mehr zu unqualifiziert fühlt, das Thema Frieden zu unterrichten. Weil das Tübinger Institut hier mithelfe, Curricula zu entwickeln, sei es aus Sicht der Jury ein „endlich gewürdigter Preisträger“.

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