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Göttinger Innenstadtkirche St. Michael vor radikaler Umgestaltung

Stark reduziertes Kircheninneres Göttinger Innenstadtkirche St. Michael vor radikaler Umgestaltung

Die katholische Innenstadtkirche St. Michael steht vor einer grundlegenden Umgestaltung des Kirchenraumes. Im Zuge der geplanten Innenrenovierung hat bei einem Architektenwettbewerb ein Entwurf gewonnen, der dem Innenraum ein reduziertes, abstraktes, modernes Aussehen verleiht. In der Gemeinde wird der Entwurf kontrovers diskutiert.

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Mit farbigen Glasfenstern, Kreuzweg, Kruzifix: derzeitige Innenansicht der katholischen Kirche St. Michael in der Kurzen Straße.

Quelle: Vetter

Göttingen. Eine Jury hatte zuvor einstimmig den Siegerentwurf unter sieben Bewerbern ausgewählt. In der Jury waren neben Experten aus dem Bistum Hildesheim und benachbarten Bistümern auch Pater Manfred Hösl sowie Ehrenamtliche aus den Gremien der Kirchengemeinde vertreten. Der Siegerentwurf stammt von dem Bochumer Büro „Soan Architekten“. Er sieht eine Reduzierung auf wenige Materialien vor. Statt der farbigen Glasfenster sollen an den Seiten und an der Altarwand Alabasterelemente den Raum strukturieren. Die Kirchenfarben sollen einem „warmen weißen“ Anstrich weichen. Auch die Bänke sollen nicht mehr braun, sondern „hell gekälkt“ sein.

Völlig frei von Inventar

In den Entwurfszeichnungen  ist die Kirche fast völlig frei von Inventar: Weder die Kreuzweg-Darstellungen an den Wänden noch Kreuzigungsgruppe oder Kruzifix ist dargestellt. Lediglich ein schlichtes Kreuz im Altarraum ist vorgesehen – der Hauptraum erhält damit ein geradezu reformiertes Aussehen. In der Marienkapelle ist allein das zentrale Bild noch Bestandteil des Entwurfs. Vorgesehen ist eine Reduzierung der Grundbestuhlung auf 130 Plätze , um Freiflächen zu schaffen. Sie sollen der City-Kirche mehr Spielraum für erweiterte Nutzungsmöglichkeiten schaffen. Mit wenig Aufwand könne durch stapelbare Stühle die Platzzahl auf 260 erweitert werden , heißt es in der Entwurfserläuterung.

Endgültiger Entwurf in Arbeit

Der Soan-Entwurf habe durch seine klare, abstrakte Raumwirkung überzeugt, so Wolfgang Müller, der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde. Er betont zugleich, dass der Wettbewerbs-Entwurf nun erst von dem Büro in einen endgültigen Entwurf gebracht werde. Dabei gehe es auch um die Frage, inwieweit das Kunstinventar wie zentrales Kreuz, Kruzifix oder Kreuzweg noch integriert werden könne.

Der Wettbewerbs-Entwurf gebe zwar Hinweise auf das künftige Aussehen der Kirche, aber dies hänge letztlich von weiteren Aspekten ab. Dazu zählten die  finanziellen Rahmenbedingungen , Verhandlungen mit dem Architekturbüro, das Votum der Gemeindegremien und auch die Meinung des Bischöflichen Generalvikariats. Ausgangspunkt für die Innenrenovierung ist laut Müller, dass eine technische Generalüberholung der Kirche erforderlich ist.

Die Sanierungsarbeiten am „Dom zu Göttingen“ sollen möglichst bis 2015 abgeschlossen werden , wenn das Bistum Hildesheim sein 1200-jähriges Bestehen feiert. Die Kirche St. Michael wurde  1787-89 gebaut und war die erste katholische Kirche in Göttingen seit der Reformation.

Katholische Kirchengemeinde St. Michael in Göttingen

So könnte die Zukunft von St. Michael aussehen: Soan-Entwurf.

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Folge 5: St. Michael

Heute St. Michael Kirche in Göttingen.

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