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Göttinger Kleingartenkolonie „An der Walkemühle“ zu Bauland?

Wohnungen statt Gärten Göttinger Kleingartenkolonie „An der Walkemühle“ zu Bauland?

Die Idee erscheint für die Grünen immer noch reizvoll. Auf dem rund 4 Hektar großen Gelände des Kleingartenvereins „An der Walkemühle“ zwischen Lotzestraße, Eisweise, Sand- und Windausweg könnten innenstadtnah Wohnungen entstehen.

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Innenstadtnahe Kleingärten: Die Kleingartenkolonie „An der Walkemühle“ (rot) weckt von Zeit zu Zeit grüne Begehrlichkeiten. Neues Bauland soll entstehen.

Quelle: Heller

Göttingen. Beim parlamentarischen Abend des Haus- und Grundeigentümervereins H+G Göttingen erneuerte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Stadt, Rolf Becker, jetzt diesen Vorschlag.

Bereits zur Kommunalwahl 2006 hatte dieser grüne Vorstoß für Wirbel gesorgt. „Warum nicht?“, fragte Becker jüngst in der Runde aus Kommunalpolitikern und H+G-Mitgliedern. Die Flächen seien optimal gelegen und zudem voll erschlossen, zählte Becker angesichts der angespannten Wohnraumsituation die Vorzüge auf. Für die jetzigen Kleingärten, so Beckers Vorschlag, könnte Ersatz im Süden der Stadt gefunden werden.

Der Griff der Grünen nach den Grünflächen wird derzeit von der Stadtverwaltung nicht unterstützt. Pläne, das Gelände mittel- oder langfristig für Wohnbebauung zu nutzen, gebe es von Verwaltungsseite nicht, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. Die Kleingartenfläche in der Lotzestraße ist Eigentum der Göttinger Milden Stiftung und über einen Generalpachtvertrag dem Bezirksverband der Kleingärtner auf unbestimmte Zeit überlassen, erläutert Johannson weiter.

Mit seiner Aussage steht Becker im Widerspruch zum grünen Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2011. Dort heißt es: „Die Parks, Grüngürtel (Ufer der Leine und ihrer Zuflüsse, Stadtwall), Kleingärten und weiteren naturnahen Flächen im Siedlungsbereich sind zu erhalten.“

Jährlich 111 000 Euro Pachteinnahmen

Fünf Jahre zuvor lautete das noch anders: „Flächen wie zum Beispiel zwischen Leineviertel und Kiessee, Eiswiese und Sandweg, Grabeland und Kleingärten der Südstadt oder in Weende Ost Nähe Norduni sind zu attraktiven Preisen für zeitgemäße (modulare) Wohnformen von zugewanderten Neubürgern nutzbar zu machen.“

Friedel Prohl, Vorsitzender des Kleingartenvereins „An der Walkemühle“, kennt das Ansinnen der Grünen. Vor sieben Jahren entfachte sich im Kommunalwahlkampf daran eine lange Diskussion.

Die SPD und ihr damaliger Oberbürgermeisterkandidat und heutiger Rathauschef, Wolfgang Meyer, hatten sich deutlich gegen den grünen Vorschlag ausgesprochen. Heute sind 119 von 119 Gärten in der Lotzestraße vermietet, sagt Prohl. „Wir haben viele Nachfragen von jungen Familien“ – auch aus der benachbarten Südstadt und den Neubauten im Windausweg.

Derzeit sind 16 Kleingartenvereine auf Flächen der Stadt oder städtischen Stiftungen angesiedelt. Rund 1400 Gärten gibt es dort auf zusammen rund 500 000 Quadratmetern. Die Stadt erzielt damit jährlich 111 000 Euro Pachteinnahmen.

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Neues Bauland soll entstehen: Die Kleingartenkolonie „An der Walkemühle“ (rot) weckt von Zeit zu Zeit grüne Begehrlichkeiten.

Mit „aller Schärfe“ hat sich der Vorstand des SPD-Stadtverbandes gegen die Überlegungen des Fraktionschefs der Grünen im Rat der Stadt, Rolf Becker, ausgesprochen, das Gelände des Kleingartenvereins „An der Walkemühle“ in der Lotzestraße als Bauland auszuweisen.

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