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Göttinger Polizei setzt Schülern Rauschbrille auf

Alkohol und Drogen am Steuer Göttinger Polizei setzt Schülern Rauschbrille auf

Bilder führen die Schüler durch den Landkreis. Es sind Bilder, die sie sehen, wenn sie im Auto unterwegs sind: Kreuze am Straßenrand, viele Kreuze. „In Gedenken aller tödlich verletzten jungen Fahranfänger“ steht am Ende der Präsentation.

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Testen „Promille-Brillen“: Samira Mack (links) und Melina Schmidt unter den Augen von Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke.

Quelle: Vetter

Göttingen. Was er gezeigt habe, sei nur „ein ganz kleiner Ausschnitt von Kreuzen, die in Göttingen und Umgebung stehen“, sagt Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Göttingen. Alle erinnerten an Menschen zwischen 17 und 24 Jahren,  beschreibt er in der BBS III im Unterricht von Reinhard Wolf; er ist Sicherheitsbeauftragter der Schule. Die Schüler in seinem Religionsunterricht sind 16, 17, 18 Jahre alt. Einige haben schon den Führerschein.

Arnecke zeigt ein Unfallbild aus dem vergangenen Jahr. Es ist Nacht, ein Fahrrad liegt auf der Straße. Dabei steht ein Taxi. Das Bild lädt ein, sich den Unfall vorzustellen. Ein Horrorszenario. „Wie viele Opfer gibt es hier“, fragt er. Schnell wird klar: Auch die Angehörigen sind Opfer.

Arnecke erzählt noch immer bewegt, wie er eine Frau mit einem zehnjährigen Sohn vom Tod ihres Mannes unterrichten musste.

Darüber sprechen, dass solche Szenen nicht passieren, möchte Arnecke mit den Schülern. Im Gefahrenatlas könne man sich vor einer Fahrt über kritische Stellen informieren, empfiehlt er (Im Internet: gefahrenatlas-niedersachsen.de). Und er hat Zahlen mitgebracht.

6500 Verkehrsunfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen.

Für etwas mehr als 200 Menschen endete die Fahrt mit schweren Verletzungen, zehn davon starben. 53 waren junge Fahranfänger im Alter von 18 bis 25 Jahren. Der zeitliche Schwerpunkt am Sonnabend nach 24 Uhr entlarve viele Katastrophen als Disco-Unfälle. Hauptursachen: Alkohol und Drogen.

Präventionsunterricht in der BBS III: Kreuze gegen Alkohol und Drogen am Steuer.

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Und Arnecke nennt den Schülern einen Grund: Bei 1,5 Promille erhöhe sich das Risiko zum Crash um das 25-fache. Ähnlich verheerend wirkten Drogen. Mit Rauschbrillen führt der Polizist vor, wie zum Beispiel schon ein paar Bier die Sinne durcheinander bringen. Eine Brille – sie sieht aus wie eine Taucherbrille – simuliert 0,8 Promille, die andere krasser 1,3 Promille.

Melina Schmidt und Samira Mack (beide 18) setzen sie auf: Ball spielen ist kaum noch möglich. Beim Flaschenparcours fällt nicht nur eine Flasche. „Wenn ich mal getrunken habe, habe ich das nicht so wahrgenommen“, sagt Samira Mack. Die Erklärung gibt eine Mitschülerin: Jetzt habe sie ja keinen Alkohol getrunken.

„Die Zahlen sind schon erschreckend“, findet Marina Kunz. Julia Knauf haben die Bilder von den Kreuzen beeindruckt. Mit 16 Jahren haben die zwei noch keinen Führerschein. „Man denkt vielleicht mal dran“, sagt Elisa Knauf (16) nach den anderthalb Stunden, die Arnecke mit bedrückenden Bildern und Zahlen gefüllt hat.

Er weiß aus Erfahrung, dass in jeder Klasse mindestens drei Schüler sind, die jemanden aus ihrem Umfeld durch einen Verkehrsunfall verloren haben. Und er bedauert: Trotz der Empfehlung des Kultusministeriums sei Prävention nicht an allen Schulen gefragt.

Von Ute Lawrenz

Bündnispartner der Polizei für Prävention sind der Niedersächsische Fahrlehrerverband und die Niedersächsische Polizeiseelsorge. Mit eingebunden ist auch die Verkehrswacht Göttingen. Sie bietet auch Fahrsicherheitstraining für Pkw- und Motorradfahrer an.
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