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Göttinger Polizei verwarnt Autofahrer am Rosdorfer Kiessee

Baden verboten, Parken wird kontrolliert Göttinger Polizei verwarnt Autofahrer am Rosdorfer Kiessee

Sommer, Sonne, Sandstrand – am Rosdorfer Kiessee herrscht am Wochenende Hochbetrieb. Überall sonnen sich Nackte, Hund und Herrchen schwimmen, ganze Familien planschen. Aber wer kontrolliert das Schwimmverbot? Niemand! Die Polizei hat einzig Falschparker und solche, die die Zufahrt verbotswidrig nutzen, aufgeschrieben.

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Rosdorfer Kiessee: Jede „Badebucht“ trotz Verbots bei gutem Wetter belegt.

Quelle: Heller

Göttingen/Rosdorf. Zuständig für die Wasserfläche und den Erlass des Badeverbots ist eigentlich die Gemeinde Friedland, auf deren Gemarkung der See liegt.

Friedland aber hat keinen eigenen Ordnungsdienst. Ordnungsamtsleiter Johann Schustek verweist an die Göttinger Polizei. Die erinnerte am Freitag bereits an den Personalbedarf beim Neonazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf. Der Landkreis Göttingen, der die Einhaltung des Badeverbots durch Kontrollen schon vor Wochen angekündigt hat, lässt auf Anfrage ausrichten, man werde „nach Bedarf kontrollieren“.

Von der Presse dabei begleiten lasse man sich nicht, um sich in der politischen Debatte (die Göttinger Piraten und die Linke verlangen eine Freigabe des Badens) „nicht zu positionieren“.

Am Sonntag, als schon mittags jede Badebucht besetzt ist, erfragt der Tageblatt-Reporter vergeblich, ob schon jemand eine Kontrolle erlebt hat. Selbst die Dauergäste nicht. Die Reaktionen allein auf die Reporterfrage sind fast durchweg zickig bis aggressiv.

Als „Belästigung“ werde empfunden, auch nur nach dem Badeverbot zu fragen. „Schwimm ich etwa?“, keift ein Nackter. Und: „Wenn mich einer kontrollieren will, muss er mir schon hinterherschwimmen.“ Andere halten „nur mal die Füße ins Wasser“.

Tatsächlich ist es nicht verboten, sich in den Sand zu legen, bei der Radtour eine Pause am Wasser einzulegen oder, wie die beiden Medizinstudenten, sich in Hängematte und auf der Decke am Ufer fürs Physikum abzufragen. Der Eigentümer, die August-Oppermann GmbH, vertraut auf das hinreichend ausgeschilderte Badeverbot und beharrt gegenüber Erholungssuchenden nicht auf sein Hausrecht.

Und die Göttinger Sportfischer dürfen hier ohnehin ans Wasser – kraft Genehmigung sogar mit dem Auto. Einzäunen kann man das Gelände nicht – wegen Gefahr des Rückstaus bei Leinehochwasser.

Keine Kontrollen also? Da biegt aber doch noch ein Streifenwagen um die Ecke – und erwischt als erstes den Tageblatt-Reporter. Die höfliche, aber bestimmte Kommissarin will 20 Euro; den Presseausweis lässt sie „als Ausrede“ nicht gelten. Reporterglück! Die Sache klärt sich, aber die ersten Falschparker fahren angesichts des Polizeiautos schnell weg.

Bis zum Abend wird die Polizei im Rahmen des normalen Einsatz- und Streifendienstes 79 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen haben – zu je 20 Euro. Die Nur-Schwimmer unter den Besuchern aber bleiben unbehelligt.

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