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Wenig Auswahl, hohe Preise

Last-minute-Reisen Wenig Auswahl, hohe Preise

Die Messerattacke im ägyptischen Badeort Hurghada hält Südniedersachsen offenbar nicht davon ab, ihre Reise ans Rote Meer anzutreten. Diese Erfahrung haben einige Reisebüros in Göttingen und Duderstadt gemacht. Wer noch kurzfristig in den Ferien verreisen möchte, muss Abstriche machen.

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Kurzfristig weg? Nadine Rocznik (links) von l‘tur in Göttingen berät eine Kundin über Last-minute-Angebote.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen/Duderstadt. Die meisten Familien mit Kindern hätten ihren Sommerurlaub längst gebucht und dabei Frühbucherpreise genutzt, sagt Petra Orlob vom Reisebüro Wolf in Duderstadt. Last minute sei seit einigen Jahren nicht mehr lukrativ. Zum einen, weil es viel teurer sei als eine frühzeitige Buchung, erklärt Orlob, zum anderen, weil man nehmen müsse, was noch verfügbar sei.

Wer jetzt im Reisebüro noch kurzfristig etwas für die Sommerferien sucht, seien weniger die Familien, sondern eher Paare oder Einzelreisende, die noch spontan Urlaub bekommen hätten. „Man kann alles buchen“, so die Erfahrung gleich mehrerer Reisebüromitarbeiter in Göttingen und Duderstadt. Allerdings müsse der Kunde Abstriche in Kauf nehmen.

Zum Beispiel bei der Auswahl des Wunschhotels. Und vor allem auch beim Preis, wie etwa Thomas Waack vom Hapag-Lloyd-Reisebüro an der Barfüßerstraße in Göttingen bestätigt. „Es gibt noch gute Verfügbarkeiten zum Beispiel für Mallorca,“ so seine Einschätzung, aber das sei mit 700 bis 800 Euro verhältnismäßig teuer.

Manchmal gebe es in den klassischen Reisezielen am Mittelmeer oder auf den Kanaren last minute noch freie Hotelbetten, es könnte aber schwierig sein, noch einen Platz im Flugzeug zu bekommen, so Waack.

Nur wenig Auswahl biete sich aktuell für Ziele in Spanien, Italien oder Portugal, beschreibt auch Nicolas Löchel vom Reisebüro Alexander an der Lange-Geismar-Straße in Göttingen die derzeitige Situation. Es gebe hier zwar noch Angebote, aber das Preisniveau sei verhältnismäßig hoch, bestätigt auch Lutz Heierhoff von den l-tur-Reisebüros in Kassel und Göttingen.

Als Alternative würden Kunden verstärkt auch wieder die Türkei buchen, sagen die Mitarbeiter von mehreren Reisebüros. Zwar äußere der eine oder andere Kunde seine Bedenken hinsichtlich der politischen Lage in der Türkei, am Ende überzeuge dann aber doch das Preis-Leistungsverhältnis in den türkischen Feriengebieten. „Lange Zeit gab es kaum Buchungen für die Türkei“, sagt Heierhoff, „aber in letzter Zeit zieht das merklich an“. Das kann auch Löchel bestätigen: Die Zahl der Neubuchungen habe extrem zugenommen. Petra Orlob weiß, woran das liegt: „Die Hotels dort haben alles, was man braucht, wenn man mit Kindern in Urlaub fährt - schöne Hotels, Riesenrutsche, tolle Pools.“

Auch Bulgarien rückt als Alternative für den Badeurlaub immer stärker in den Fokus. Gilt das Land am Schwarzen Meer doch als preiswertes Reiseziel, das mit einer „entspannten Fluganreise“ zu erreichen sei, so Löchel. Beliebt sei Bulgarien nicht nur bei Langzeiturlaubern, wie Orlob berichtet. Familien mit Kindern würde ihr Göttinger Kollege Waack zum Beispiel weniger ein Hotel in der Partyzone anbieten, sondern in einem der besseren Hotels, sagt er. Aber auch in Bulgarien hätten die Preise angezogen, so Orlob, und die Flugkapazitäten seien inzwischen gut ausgelastet, ergänzt Löchel.

Erholt hatte sich die Buchungslage in den letzten Monaten für Ägypten, bestätigen die vom Tageblatt befragten Reisebüromitarbeiter. Und auch die Reiseveranstalter hatten noch vor dem tödlichen Messerangriff in Hurghada verkündet: „Das Vertrauen in dieses Zielgebiet ist zurück.“ Und tatsächlich scheinen die Kunden in Südniedersachsen sich durch das jüngste Attentat, bei dem zwei deutsche Frauen ums Leben kamen, nicht übermäßig verunsichern zu lassen. Das seien häufig Reisende, die zum dritten oder vierten Mal dorthin fahren, so Waack. Auch Nicolas Löchel spricht von Stammkunden, die nach wie vor Ägypten-Urlaub buchten.

Mancher Kunde sei zwar „schon ein bisschen verunsichert“, sagt Lutz Heierhoff, dennoch werde Ägypten gebucht. Reisebüros gäben zwar wie im Falle von Türkei- oder Ägypten-Reisen auf Nachfrage ihre Einschätzung an den Kunden weiter, „am Ende muss aber jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Petra Orlob.

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