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Gewaltspirale durchbrechen

Göttinger Verein Wege ohne Gewalt Gewaltspirale durchbrechen

Sein zehnjähriges Bestehen feierte am Donnerstag der Göttinger Verein Woge, Wege ohne Gewalt. Woge bietet erfolgreich ein Verantwortungstraining für Täterpersonen familiärer Gewalt an. Prävention und ein Durchbrechen der Gewaltspirale sind Ziele der Arbeit des Vereins.

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Dagmar Freudenberg, Thomas Scheskat, Heike Volle, Dr. Peter Nordhoff vom Verein Woge mit Sozialdezernentin Petra Broistedt und Landrat Bernhard Reuter.

Quelle: Böhm

Göttingen. Als der Verein 2007 seine Arbeit aufnahm, gab es zunächst keine Unterstützung von institutioneller Seite. „Heute sind wir dort angekommen“, sagt Vereinsvorstand Thomas Scheskat. Inzwischen unterstützen das Land Niedersachsen, der Landkreis Göttingen, die Stadt Göttingen sowie die Justiz Woge. Stolz sei man, so Scheskat, aber ohne jede Euphorie. Das Verhaltenstraining habe sich als effektiv erwiesen, aber es sei nach wie vor leider notwendig. Denn häusliche Gewalt sein weiterhin ein großes Problem. Bei diesen Fällen stand lange der Opferschutz ganz im Mittelpunkt. Opferschutz sei aber auch, so Scheskat, die Gewaltspirale zu durchbrechen, Rückfälle der Täter und ein Fortschreiten zu verhindern.

Die meisten Täter seien schon in Gewaltverhältnissen aufgewachsen. Kinder, die Gewalt zwischen ihren Eltern miterleben, mit erleiden müssen, werden häufig auch Täter. Gewalt werde vererbt.

Verantwortung übernehmen

„Wir wollen den Tätern gewaltfreie Handlungsmöglichkeiten aufzeigen“, sagt Peter Nordhoff über das Trainingsprogramm. Am Anfang aber stehe der Schritt für die Täter, Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen, so Nordhoff. Das sei notwendig, aber für die Betroffenen oft extrem schwierig. Verantwortung übernehmen, verstehen, verändern­ – das seien die Schritte des Programms.

Von jedem Fall häuslicher Gewalt im Gerichtsbezirk Göttingen erhalte der Verein die Daten. Um möglichst frühzeitig neingreifen zu können, „machen dann ein Gesprächsangebot“, so Nordhoff. Die meisten Zuweisungen kommen von der Staatsanwaltschaft und dem Strafgericht. Zunächst seien die Männer sperrig und nicht sehr motiviert. Sie veränderten aber ihre Haltung, oft beginnend mit der Erkenntnis „Wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch was tun“. Wer das Trainingsprogramm durchgehalten habe, der werde auch nicht rückfällig, so Scheskat und Nordhoff über ihre Erfahrungen.

Wie wichtig es ist, dass in Gesetzen und Richtlinien, der Opferschutz und das Vorgehen gegen häusliche Gewalt inzwischen verankert sei, darauf machte Dagmar Freudenberg, Vorstand von Woge, aufmerksam. Das Bekämpfen häuslicher Gewalt sei die beste Prävention für eine friedliche Gesellschaft.

Von Christiane Böhm

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