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Göttinger Vereine enttäuscht über fehlendes Interesse an Karneval

Die alte Kamelle Göttinger Vereine enttäuscht über fehlendes Interesse an Karneval

Die Karnevalssaison steuert auf ihren Höhepunkt zu: Rosenmontag. Während in Köln und Düsseldorf, den Hochburgen des Karnevals, hunderttausende begeisterte Narren mit dem Faschingsumzug durch die Straßen ziehen, feiert Göttingen eher verhalten Karneval.

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Aktuelles Prinzenpaar: Detlef II. und Gundula II.

Quelle: EF

Göttingen. „Wir kämpfen hart um jeden freien Gast bei Abendveranstaltungen“, sagt Sylke Wallbrecht, Vorsitzende der Göttinger Szültenbürger. In der Stadt sei die Situation für Karnevalsvereine extrem schwierig. Man werde als Karnevalist in Göttingen öfter belächelt und ernte eher traurige Blicke, als dass sich jemand für den Verein begeistere.

„Im Landkreis hingegen ist es einfacher, Gäste oder neue Vereinsmitglieder zu gewinnen.“ Etwa in Reinhausen oder Dransfeld sei der Zusammenhalt größer und die Leute würden mit Freude gemeinschaftliche Feste feiern.

Auch Gundula Koch, Prinzessin der Göttinger Rheintreue, ist enttäuscht über die Situation. „Unser Verein wird gar nicht wahrgenommen“, sagt sie. „Viele Leute wissen überhaupt nicht, dass es uns gibt.“

An den kaum besuchten Veranstaltungen störe sie am meisten, dass sich dort nie städtische Politiker zeigen würden. „In anderen Städten sind die Bürgermeister dabei, nur in Göttingen nicht.“

Und welchen Grund hat die städtische Karnevals-Unlust? „Vielleicht denken die Leute, wir würden uns nur zum Trinken treffen oder sie stört, dass Karneval zu kommerziell geworden ist“, vermutet Wallbrecht. Dabei gehe es dem Verein vielmehr darum, das Brauchtum und die Werte des Karnevals zu erhalten.

Es gibt noch Hoffnung

Auch der mediale Überfluss könne viele abschrecken. „Im Moment sieht man jeden Abend eine Karnevalssendung im Fernsehen“, sagt sie. Warum also für eine Veranstaltung in der Stadt Geld bezahlen, wenn man dort sowieso nichts Neues sieht?

In den 80er-Jahren sei Karneval in Göttingen noch beliebter gewesen, findet Koch. Damals gab es noch einen Umzug durch die Stadt. Mit der Zeit habe das Interesse an der fünften Jahreszeit, wie Karneval im Rheinland auch genannt wird, in Göttingen abgenommen, bis es irgendwann keinen Umzug mehr gab.

„Wenn wir heute an Rosenmontag auf der Straße Bonbons werfen, heben die Leute sie nicht einmal auf. Stattdessen gucken sie uns fragend an“, erzählt Koch enttäuscht.

Aber es gibt auch Hoffnung. Denn zumindest die Kleinen freuten sich immer wieder über die Party beim Kinderkarneval. „Zu diesen Veranstaltungen kommen jedes Jahr 200 bis 300 Gäste. In diesen Momenten weiß ich, warum ich noch dabei bin“, sagt Wallbrecht.

Von Melissa Ebert

Die städtischen Karnevalsvereine stürmen am Rosenmontag um 9 Uhr das Neue Rathaus (Zimmer 106). Ab etwa 11 Uhr fordert dann das Prinzenpaar, Gundula II. und Detlef II., die Herausgabe des Kreishausschlüssels.
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