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Göttinger gedenken Hitler-Attentat

20. Juli 1944 Göttinger gedenken Hitler-Attentat

Des Attentats, das am 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler verübt worden ist, haben am Donnerstag 14 Bürger in Göttingen gedacht. Sie kamen am Gedenkstein zusammen. „Wahlen können auch Verächter der Demokratie an die Macht bringen“, warnte Bürgermeister Ulrich Holefleisch (Grüne).

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Quelle: AIB

Göttingen. „Warum haben sich die Attentäter vom 20. Juli elf Jahre Zeit gelassen, bis sie endlich gegen das NS-Regime tätig wurden?" Das habe er sich als junger Mensch oft gefragt, erzählte Holefleisch während der 15 Minuten langen Gedenkfeier am Mahnmal am Staufenbergring. Mit den Jahren habe er erkannt, dass die Attentäter wohl mit Blick auf die Bevölkerung gezögert hätten. Immerhin sei Hitler von den Deutschen mehrheitlich zum Reichskanzler gewählt worden.

Auch heute, so Holefleisch, würden Männer wie Bashar al-Assad, Wladimir Putin, Viktor Orbán oder auch Donald Trump von der Bevölkerung gewählt - „trotz oder wegen ihrer Missachtung von Grundrechten“, erklärte der Bürgermeister. Das zeige, dass nicht jeder, der zur Wahl gehe, auch ein Demokrat sei.

Vor diesem Hintergrund stehen nach Einschätzung des Kommunalpolitikers besonders Schulen und Universitäten in der Pflicht. Sie könnten „Keimzellen der Demokratie“ sein, doch dazu müssten sie selbstkritisch über sich nachdenken. Universitäten seien zum Beispiel „streng hierarchisch“ aufgebaut. Über Demokratie werde zu wenig geforscht.

Bei Flüchtlingen mahnte Holefleisch bei den Flüchtlingen eine „Erziehung zur Demokratie“ an. Nicht jeder Türke oder Syrer, der die Grenze nach Deutschland überschreite, sei sofort ein Demokrat. Sie müssten das Aushandeln von Kompromissen, Toleranz und den Wunsch, Fremdes kennenzulernen, ähnlich wie die nachwachsenden Generationen einüben. Erschreckt zeigte sich Holefleisch über Umfragen, wonach mehr als die Hälfte der jungen Menschen in Europa die Demokratie nicht für die beste Staatsform halten und ihr gleichgültig gegenüberstehen.

Das Attentat vom 20. Juli 1944 im "Führerhauptquartier Wolfsschanze" bei Rastenburg in Ostpreußen gilt als bedeutendster Umsturzversuch während des Dritten Reichs. Die Widerstandskämpfer, die vor allem dem Adel, der Wehrmacht und der Verwaltung angehörten, planten die Tötung Hitlers, der ein Staatsstreich folgen sollte. Claus Schenk Graf von Stauffenberg zündete während einer Besprechnung im Führerhauptquartier eine Bombe. Sie verletzte den Diktator jedoch nur leicht. Den folgenden Staatstreich gingen die Widerstandskämpfer nur zögerlich an. So gelang es den Nazis, die Erhebung noch im Keim zu ersticken. Mehr als 200 Bürger wurden hingerichtet, darunter 19 Generäle, 26 Oberste, zwei Botschafter, sieben Diplomaten, ein Minister, drei Staatssekretäre und der Chef des Reichskriminalpolizeiamts.

Die Teilnehmer handelten aus unterschiedlichen Motiven. Nach Einschätzung von Historikern wollten sie angesichts der sich bereits seit 1942 abzeichnenden Niederlage Deutschlands den Zweiten Weltkrieg möglichst rasch beenden. Hitler drängte dagegen auf eine Fortführung des Kampfes.

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