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Göttinger in Berliner Krisenstab berufen

Experte soll Auswärtiges Amt beraten Göttinger in Berliner Krisenstab berufen

Während in Japan die Lage um die Kernkraftwerke in Fukushima offenbar immer dramatischer wird, hält die Debatte auch in der Region um die Nutzung der Atomkraft unvermindert an.

Die Bundesregierung will die ältesten Kraftwerke zumindest vorübergehend stilllegen. Isar I war am Abend schon heruntergefahren. Der Göttinger CDU-Landtagsabgeordnete Fritz Güntzler stellte die von CDU und FDP im vergangenen Jahr beschlossene Laufzeitverlängerung sogar grundsätzlich in Frage.

Der Göttinger THW-Helfer Jens-Olaf Knapp ist unterdessen am Dienstag in das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes in Berlin berufen worden. Knapp gehört mit zahlreichen Auslandseinsätzen zu den erfahrensten Helfern im Ortsverband des Technischen Hifswerkes. So war er unter anderem auch nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti oder nach der schweren Überschwemmungskatastrophe im Jahr 2007 in Uganda im Einsatz. Das Fachwissen des Wasseraufbereitungs- und Logistikexperten sei für die Lagedarstellung und -gewinnung in Bezug auf das Erdbeben in Japan und die Tsunami-gefährdeten Regionen gefragt, teilte das THW mit. Knapp gehört zur sogenannten Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (Seewa), mit der das THW schnell auf Gefahrenlagen im Bereich der Trinkwasserversorgung reagieren kann.

„Die Ereignisse in Japan, das Erdbeben, der Tsunami und die unglaublich unfassbaren Unglücke in den japanischen Atomkraftwerken müssen uns zu einem grundsätzlichen Überdenken der momentanen Energiepolitik bringen“, erklärte gestern der Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Fritz Güntzler. Nach Fukushima sei nichts mehr so wie vorher. „Jetzt ist der Zeitpunkt, an welchem über die Verlängerung der Laufzeiten neu gesprochen werden muss.“ Güntzler begrüßt die von der CDU/FDP-Koalition in Berlin beschlossene Aussetzung der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten solle nunmehr die Sicherheit aller deutschen Kernkraftwerke rückhaltlos überprüft werden. Es sei aber notwendig, das Thema Atomausstieg jetzt nicht nur deutschland-, sondern auch europa- und weltweit voranzutreiben, so Güntzler.

Der Göttinger Landtagsabgeordnete der Grünen, Stefan Wenzel, kritisierte das Moratorium und forderte die endgültige Stilllegung der ältesten sieben Kraftwerke und der Anlage Krümmel. Nicht zu den älteren Anlagen gehört das Kraftwerk Grohnde, 40 Kilometer von Göttingen entfernt. Der Siedewasserreaktor der ersten Generation Würgassen bei Höxter lag noch näher, wurde aber bereits 1994 nach Haarrissen abgeschaltet.

Am Abend traf sich die Präsidentin der Göttinger Universität, Ulrike Beisiegel, mit japanischen Gastwissenschaftlern und Studierenden, um mit ihnen über die Situation in Japan und ihre persönliche Lage zu sprechen und ihnen gegebenenfalls Hilfe anzubieten. 29 Japaner studieren an der Uni.

  Anti-Atom-Aktionen und -Mahnwachen
  Nachdem am Montag bereits eine Mahnwache gegen Atomkraft in der Göttinger Innenstadt mit schließlich mehreren Hundert Teilnehmern stattfand, sind weitere Mahnwachen in der Region angekündigt. Das Göttinger Anti-Atom-Plenum veranstaltet am heutigen Mittwoch, 16. März, um 19 Uhr ein offenes Forum bei Verdi, Groner-Tor-Straße 32, um über den weiteren „Anti-Atom-Widerstand“ zu diskutieren. In der Stadt Dransfeld ruft die SPD für den heutigen Mittwoch um 18 Uhr auf dem Kirchvorplatz an der Langen Straße zu einer Mahnwache auf. Eine Bürgergruppe will dort ebenfalls demonstrieren und zwar am Sonnabend, 19. März, um 12 Uhr.

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