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Göttinger lassen Auto auch gern mal stehen

Marktumfrage Göttinger lassen Auto auch gern mal stehen

Süßigkeiten und Alkohol entsagen, das sind die Klassiker in der Fastenzeit. Die Grünen schlagen nun vor, von Aschermittwoch bis Ostern auf das Autofahren zu verzichten, der Umwelt zuliebe - und nennen das ganze "Autofasten". Die Marktumfrage zeigt: Viele Göttinger finden die Idee gut, aber unrealistisch.

Göttingen. Die 20-jährige Studentin Leonie Kunze findet den Verzicht aufs Auto prinzipiell gut. „Aber das geht eben nur in der Stadt, wo öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, auf dem Land wird das schwierig.“ Außerdem solle die Entscheidung, das Auto der Umwelt zuliebe stehen zu lassen, von den Menschen selbst kommen und nicht von einer Partei verordnet werden.
  Auch Lars Storsberg (41) hält es für richtig, soweit wie möglich auf das Autofahren zu verzichten. Er selbst fahre sehr wenig Auto. Wenn er in eine andere Stadt wolle, nehme er den Zug. Um in ländliche Gebiete zu gelangen, nutze er aber das Auto, weil es da kaum Alternativen gebe.

  Ähnlich denkt auch Axel Haroth. Da er beruflich viel über Land fahre, seien die öffentlichen Verkehrsmittel für ihn nicht immer eine Alternative. „ Aber wenn ich vom Leineberg, wo ich wohne, in die Stadt will, gehe ich zu Fuß oder nehme den Bus“, sagt der 64-Jährige.
Gegen das Autofasten spricht sich Jessica Jaschewski (34) aus: „Mir wäre es viel zu teuer, überall mit dem Bus hin zu fahren. Außerdem bringe ich meinen 16-jährigen Sohn abends lieber mit dem Auto zum Sport, als ihn allein mit den Öffentlichen dorthin fahren zulassen, da es eine gefährliche Gegend ist.“ Thomas Witschewatsch (55) stimmt ihr zu und kritisiert die mangelnden Verbindungsmöglichkeiten im Öffentlichen
Nahverkehr: „Von Weende gibt es vor 8 Uhr kaum Busverbindungen in die Innenstadt, nur zum Bahnhof. Wenn ich in die Innenstadt will, nehme ich also lieber das Auto.“

Jessica Jaschewski und Thomas Witschewatsch

Jessica Jaschewski und Thomas Witschewatsch

Quelle:

„Ich bin dafür, das Autofahren einzuschränken. Ich bin auch gerne zu Fuß unterwegs“, sagt der 79-jährige Peter Bendrat. „Aber 40 Tage hintereinander wird das schwierig, weil es einen eben auch beeinträchtigt“, ergänzt er.
Gerade in Göttingen sei alles zu Fuß, mit Fahrrad oder Bus gut zu erreichen, findet Eva Börnicke (20). Die Studentin kann sich aber vorstellen, dass es für Berufstätige, die täglich mehrere Termine wahrnehmen müssen, schwierig ist, auf das Auto zu verzichten. Sie schlägt vor: „Man könnte viel öfter Fahrgemeinschaften bilden, anstatt dass jeder alleine in seinem Auto zur Arbeit fährt.“ Hätte sie ein Auto, würde sie die Idee der Grünen nicht gleich abtun, sondern das Autofasten zumindest einmal ausprobieren.

Von Gwendolyn Barthe.

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