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Göttinger spenden auch ohne Stuttgarter Ständer

Nachbarschaftshilfe Göttinger spenden auch ohne Stuttgarter Ständer

Ein schlichter Kleiderständer ist in den vergangenen Tagen zu Berühmtheit gelangt. Unbekannte stellten ihn in Stuttgart unter einer Brücke auf - mit der Aufforderung, sich zu bedienen. In den sozialen Medien wird „die etwas andere Nachbarschaftshilfe“ gefeiert.

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Die spontane Kleiderspendenaktion in Stuttgart hat in den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit bekommen.

Quelle: Lino Mirgeler

Göttingen. In einigen Städten hat das Konzept unter der Überschrift „Dir ist kalt? Nimm etwas Warmes!“ bereits Nachahmer gefunden. Spender bringen warme Kleidung, Decken oder Schuhe, Bedürftige bedienen sich. Bisher haben sich die Kleiderständer für die frierende Allgemeinheit immer wieder aufgefüllt, Unterstützer gab es genug. Nach Presseberichten beteiligen sich mittlerweile auch einige Bekleidungsgeschäfte an dem Projekt.

Bis nach Göttingen hat sich die Idee bisher noch nicht herumgesprochen. Allerdings macht es die in Göttingen und Südniedersachsen bestehende Infrastruktur auch unnötig. Für ein paar Euro gibt es bei verschiedenen Adressen die passende Kleidung für Bedürftige. „Ein Lob an die Göttinger. Es gibt hier wirklich viele Kleiderspender“, sagt Mike Wacker von der Göttinger Straßensozialarbeit. Die Straso halte selbst nur ein kleines kostenloses Kleiderangebot für den Notfall bereit, vermittele bei Bedarf aber weiter.

Den öffentlichen Kleiderständer sieht Wacker skeptisch. Solche Anlaufstellen würden nach seiner Einschätzung schnell vermüllen. „Dann ist es besser, den Bedürftigen direkt anzusprechen und Hilfe anzubieten.“ Daraus könnte sich dann für beide Seiten auch noch eine angenehme Erfahrung ergeben. Uwe Friebe vom Verein Förderer der Straßensozialarbeit nennt ein anderes Probleme mit der kostenlose Abgabe von Spenden. Es bedienten sich selten die zuerst, die es wirklich nötig hätten.

Außerdem würden Sachen, die umsonst angeboten werden, auch schneller weggeschmissen, sagt Friebe. In der Kleiderkammer des Vereins im Rosdorfer Weg hängen deshalb Preisschilder an Pullover, Hemd und Hose - fünf Paar Socken kosten einen, Jacken maximal drei Euro. Für Notfälle gelten die Preise natürlich nicht. Dann wird auch schon mal eine Tasche mit allem Nötigen zusammengestellt und bespielweise ins Krankenhaus gebracht - kostenlos versteht sich.

Die Winterkollektion liege seit Oktober in den Regalen. Männerhosen, Schuhe und Decken sind besonders gefragt. Die meisten regelmäßigen Besucher haben sich bereits eingedeckt. „Die laufen ja nicht blind auf den Winter zu“, sagt Friebe.

Sein Ratschlag für alle, die Kleider abzugeben haben und helfen wollen: „Schmeißt die Sachen nicht in irgendwelche Container, gebt sie zu den Annahmestellen.“ Dann kämen sie auch sicher da an, wo sie gebraucht werden. Und das ganz ohne öffentlichen Kleiderständer.

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