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„Grausam“: Rosdorfer Haushalt auf Talfahrt

Schlechtester Entwurf überhaupt „Grausam“: Rosdorfer Haushalt auf Talfahrt

Die Sitzung des Rosdorfer Gemeinderats fiel kurzerhand aus. Warum auch nicht? Themen habe es nicht gegeben, ließ die Verwaltung verlautbaren.

Und nur wegen des Haushaltsplanentwurfs 2010 ein Treffen anzuberaumen, hätte sich einfach nicht gelohnt. Ohnehin hätte es nur Schlechtes zu berichten gegeben. Also verschickte Bürgermeister Harald Grahovac (SPD) die miesen Zahlen mit einem Anschreiben versehen kurzerhand per Post – auch an das Tageblatt.

„Es ist grausam, es ist zum Heulen“, eröffnet Grahovac darin sein Wehklagen. Der Entwurf sei „der Schlechteste, den die Gemeinde Rosdorf jemals vorgelegt hat“. Die miesen Zahlen seien zwar nicht „hausgemacht“, sondern der Wirtschaftskrise geschuldet, doch trösten könne das nur wenig.

Der Konjunkturabschwung habe sich bereits „massiv“ auf den Haushalt 2009 ausgewirkt, deutliche Korrekturen seien die Folge gewesen. Diese Abwärtsspirale, vor allem hervorgerufen durch „Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen und beim Anteil an der Einkommensteuer“, werde sich im kommenden Jahr nicht nur fortsetzen, befürchtet Grahovac, „sondern noch dramatisch verschlechtern“.

Die nackten Zahlen im Haushaltsplanentwurf sprechen denn auch für sich: 3,8 Millionen Euro beträgt das Defizit im Verwaltungshaushalt – Negativrekord. Und 570 000 Euro an neuen Krediten müssen aufgenommen werden, um den Vermögenshaushalt auszugleichen. Er hoffe, so Grahovac, dass dieser Ansatz „nicht noch nach unten korrigiert werden muss“.
Viel Spielraum gibt es auch nicht mehr, darauf zu reagieren. Die Verwaltung habe ob der dramatischen Situation ohnehin bereits „alles auf den Prüfstand gestellt“, schreibt Grahovac weiter. Große Veränderungen bei den Ausgaben im Vergleich zum laufenden Jahr gebe es nicht. „Teilweise erheblich reduziert“ worden seien zudem die Ausgaben für die Grundstücks- und Gebäudeunterhaltung.

Kita-Budget unangetastet

Allein das Budget für die Kindertagesstätten, das in den vergangenen Jahren „überdurchschnittlich gestiegen“ sei, bleibe unangetastet. Im Jahr 2010 seien Ausgaben von 2,3 Millionen Euro veranschlagt, knapp 150 000 Euro mehr als noch 2009. Das sei für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde aber wichtig, so Grahovac. Denn Familien mit Kindern müssten sich in Rosdorf gut aufgehoben fühlen.

Um aus dem „tiefen Finanztal wieder herauszukommen“, bittet Grahovac um die Mithilfe der Ratsmitglieder. Die seien nun an der Reihe, „konkrete Einsparpotenziale aufzuzeigen“. Die Politik ist also gefordert. Ausfallen wird die nächste Ratssitzung im Dezember sicherlich nicht.

Von Andreas Fuhrmann

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