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Greenpeace gibt Note Eins für Stadtwald Göttingen

Forst als internationales Vorbild Greenpeace gibt Note Eins für Stadtwald Göttingen

Besser geht es nicht: Der Göttinger Stadtwald ist Spitze – Note Eins mit Auszeichnung. Viele alte Bäume, geschützte Urwaldbestände und ein schonender Umgang selbst beim Holzeinschlag: Damit sei der Stadtforst in Deutschland und international ein Vorbild, lobt Greenpeace.

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Einfach Klasse“: Umweltschützer sind begeistert vom Göttinger Stadtwald, in dem auch der Bismarckturm steht.

Quelle: © Mischke

Göttingen. Zwei Wochen lang hatten 30 Aktivisten der Umweltschutzorganisation im vergangenen Herbst ausgewählte Flächen des Stadtforstes akribisch kartiert und untersucht. Am Montag wird ihr Bericht veröffentlicht und der Stadt übergeben.

Bei der großen Waldinventur durch unabhängige Experten habe sich bestätigt, dass der etwa 1600 Hektar große Stadtwald „so ist, wie sich Naturschützer es vorstellen“ , kommentierte Greenpeace-Projektleiterin Gesche Jürgens ihren Vorbericht im Umweltausschuss des Rates. Der Stadtforst sei an der Natur ausgerichtet. Nutzholz werde schonend und mit Blick auf Reserven für die Nachwelt geerntet, sogar die Rückewege seien auf ein Mindestmaß reduziert. Seit 1950 sei der Vorrat an Altholz stetig gewachsen. Mindestens zehn Prozent der Fläche stünden unter Schutz. Zugleich diene der Stadtwald als Bürgerwald dem Gemeinwohl.

Damit erfülle Göttingen alle Forderungen von Greenpeace zum Schutz der Baumbestände als wichtige Lebensräume und zeige, „dass sie auch praktisch umgesetzt werden können“, so Jürgens. „Das ist natürlich eine wunderbare Bestätigung für unsere Arbeit“, kommentierte Forstamtsleiter Martin Levin die positive Bilanz.

Hintergrund der Waldkartierung: Seit langem forciert Levin eine umweltschonendere Nutzung des Waldes. Bereits vor 18 Jahren vereinbarte der Betrieb mit Greenpeace, dass die städtischen Waldflächen nach streng ökologischen Richtlinien bewirtschaftet werden. Mit der jetzigen Inventur wollte die Initiative prüfen, wie sich der sogenannte Habitatwald seitdem entwickelt hat. Das wiederum passt in eine 2012 gestartete Kampagne der Umweltschutzorganisation. Sie will unter anderem die Rotbuchenwälder in Deutschland als „Amazonas Europas“ retten. Und auch im Göttinger Stadtwald wachsen überwiegend Rotbuchen.

Der Rückbau der Wälder sei alarmierend, erklärte Jürgens. Ursprünglich seien 66 Prozent der Fläche Deutschlands bewaldet gewesen – nämlich 23 von 34,9 Millionen Hektar Boden. Heute stünden den Wäldern nur noch 11,1 Millionen Hektar der Landesfläche zur Verfügung. Davon wiederum seien nur 14 Prozent (1,55 Millionen Hektar) Buchenwälder. Und alte Buchen mit mindestens 140-jährigen Bäumen bedeckten nur noch rund  280 000 Hektar (2 bis 3 Prozent). Lediglich 100 000 Hektar Wald seien amtlich geschützt. Der Buchenanteil daran betrage nur 0,5 Prozent – auch in Nationalpark Harz stünden überwiegend Nadelhölzer.

Forderungen von Greenpeace

Zum Schutz der Wälder fordert die Umweltschutzorganisation Greenpeace unter anderem:  

  • Buchenbestände mit über 140 Jahre alten Bäumen auf staatlichen Flächen dürfen nicht mehr gefällt werden.
  • Zehn Prozent der öffentlichen Wälder sollten bis 2020 als Schutzgebiete ausgewiesen werden.
  • 90 Prozent der öffentlichen Wälder sollten nur noch unter ökologischen Gesichtspunkten genutzt werden – inklusive einer weitsichtigen Holzernte .
  • Waldnutzung und Nutzen sollten für die Bürger transparent gemacht werden.

Hier klicken: Wikipedia-Eintrag zu Stadtwald und Kerstlingeröder Feld oder Wiki-Göttingen-Eintrag zum Stadtwald

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Inventur durch Greenpeace

Göttingen. Spitzennote für den Göttinger Stadtwald: Als einer der wenigen in Niedersachsen mit einer großen geschlossenen Waldfläche „ist er einfach Klasse“, bewertete eine Greenpeace-Sprecherin am Donnerstag den Göttinger Forst. Zuvor hatten etwa 30 Aktivisten der Umweltschutzorganisation das städtische Areal an der Ostflanke der Stadt penibel unter die Lupe genommen.

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