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Grenzdurchgangslager Friedland durchsucht

Diebesgut gefunden Grenzdurchgangslager Friedland durchsucht

Massenhaft Diebesgut haben Polizeibeamte in der Nacht zu Freitag bei einer Durchsuchungsaktion im Grenzdurchgangslager Friedland sichergestellt. 130 Polizisten und Staatsanwälte durchsuchten mit Spürhunden und Dolmetschern fünf von georgischen Asylbewerbern bewohnte Wohnungen in der Landesaufnahmebehörde.

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Grenzdurchgangslager Friedland: In Gebäude 53 und 7 wurden fünf Wohnungen von 13 Verdächtigen durchsucht.

Quelle: Otto / BB

Friedland . 13 große Müllsäcke voller Beute wurden sichergestellt. Außerdem mehrere Reisekoffer und Trolleys voller Wertgegenstände. Nach Tageblatt-Informationen sollen sogar bereits postfertig gemachte Pakete mit gestohlener Ware darunter gewesen sein.

Die Aktion richtete sich gegen 13 verdächtigte Personen, alles Asylbewerber aus Georgien. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen sie Durchsuchungen der Unterkünfte beantragt, und diese waren vom Amtsgericht Göttingen auch angeordnet worden. Gegen 22 Uhr hatten Beamte der Ermittlungsgruppe Lab Ni (Landesaufnahmebehörde Niedersachsen) die Häuser 7 und 53 gestürmt und darin fünf Wohnungen mit je vier Georgiern durchsucht.

Eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei sowie Beamte der Verfügungshundertschaft der Inspektion sicherten das Gelände dabei ab. Es wurden drei Diensthunde, spezialisiert auf Sprengstoff und Rauschgift, eingesetzt. Dolmetscher und zwei Staatsanwältinnen waren dabei.

Angetroffen wurden sieben der 13 Personen, gegen die sich die Ermittlungen richten. In deren Unterkünften fanden sich, verpackt in Müllsäcken, Koffern und Paketen, Beutegegenstände in noch nicht errechnetem Wert. Darunter Tabak, Parfüm, Kosmetika, Rasierklingen, Uhren, Handys, hochwertige Bekleidung und Schuhe, Sim-Karten und Navigationsgeräte. Sämtliche Gegenstände wurden sichergestellt und müssen jetzt verschiedenen Straftaten zugeordnet werden. Immerhin seien mehrere hundert Einzelpositionen gefunden worden, heißt es in der Mitteilung der Polizei, die eindeutig Diebstählen zuzurechnen seien. Die genaue Zuordnung aber muss erst noch langwierig erfolgen.

Das sei auch der Grund, so Andreas Buick von der Staatsanwaltschaft, warum es keine Festnahmen gegeben habe. Die Taten müssten den Zimmerbewohnern – jeweils vier leben in einer Unterkunft – erst individuell zugerechnet werden. Erst dann könne es weitere strafprozessuale Maßnahmen geben.

Von Seiten der Mitarbeiter des Lagers wurde die nächtliche Polizeiaktion, die bis weit nach Mitternacht andauerte, begrüßt. Es werde positiv gesehen, so Leiter Heinrich Hörnschemeyer, dass die Polizei jetzt massiv vorgehe und dadurch ein Signal setze. Eine solche Aktion, so Hörnschemeyer, der mehr als 20 Jahre die Einrichtung leitet, habe er noch nie erlebt und habe es „hier wohl noch nie gegeben“.

Parallelen zur Operation Java
Bisher hatte die Polizei Hinweise auf eine organisierte Bandenstruktur bei den georgischen Dieben aus dem Grenzdurchgangslager bestritten. Nach der Durchsuchung drängen sich aber Parallelen zur sogenannten „Operation Java“ aus dem März 2010 auf. Damals hatte der nationale Gerichtshof in Spanien europaweite Aktionen gegen eine organisierte Bande georgischer Krimineller ausgelöst, was zu Durchsuchungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und Spanien führte. Riesige Mengen Diebesgut waren damals sichergestellt worden – rund 20 Tonnen im Wert von 120 000 Euro. In Niedersachsen wurde man in der Braunschweiger Landesaufnahmebehörde fündig. Sämtliche Täter damals waren Asylbewerber aus Georgien, die von Barcelona aus zentral geführt wurden. ck
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Straftaten durch Georgier

Am Donnerstag vor einer Woche hat der Rat Friedland Maßnahmen gegen das Problem zunehmender Ladendiebstähle durch georgische Asylbewerber aus dem Grenzdurchgangslager (GDL) beschlossen.

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