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Großkreis Göttingen, Sonnenaufgänge und Behörden-Sprache

Wochenendkolumne Großkreis Göttingen, Sonnenaufgänge und Behörden-Sprache

Liebe Leserinnen und Leser, mehr als 100 von Ihnen haben uns in den vergangenen Tagen mitgeteilt, was Sie vom neuen Layout des Eichsfelder und Göttinger Tageblattes halten. Die einen waren hellauf begeistert, die anderen wollten lieber „ihr altes Tageblatt“ zurückhaben. Solch zwiespältige Reaktion hatten wir – wie bei jeder Neuerung – durchaus erwartet.

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Ilse Stein, Tageblatt-Chefredakteurin.

Quelle: Archivfoto

Doch was uns als Redaktion am meisten verblüfft hat: Einer der häufigsten Kritikpunkte war der, dass wir auf unserer Wetterseite den Sonnenauf- und -untergang nicht mehr vermerkt haben. Wir hoffen, dass unsere Zentralredaktion in Hannover da nachbessern kann. Wir werden es zumindest versuchen! 

Bildung eines Großkreises

Widerspruch gab es auch bei einer – wenn auch erst noch geplanten – Neuerung: der Bildung eines Großkreises Göttingen-Northeim-Osterode . Northeim hat sich, wie der dortige Landrat Michael Wickmann (SPD) aus durchaus eigennützigen Interessen (er möchte weiter Landrat bleiben) von dieser Idee längst verabschiedet. Osterode und Göttingen kommen nun in den gemeinsamen Gesprächen voran. Das müssen sie auch, denn die Zeit drängt. Bis zum 31. März müssen sie gemeinsam einen Antrag beim Land gestellt haben, um noch in den Genuss der Entschuldungshilfe zu kommen. Etwas, was die Städte Göttingen und Duderstadt für sich bereits getan haben. Auch für den neuen Großkreis wäre die dann zu erwartende Summe aus dem Landesetat nicht unbeträchtlich.

Die Kassenkredite des Kreises betrugen (zum entscheidenden Zeitpunkt Jahresende 2009) 51 Millionen Euro, die des Landkreises Osterode 52,1 Millionen. Bei zusammen also 103,1 Millionen Euro könnte der künftige Großkreis mit bis zu 75 Prozent vom Land rechnen – also 77,3 Millionen Euro. Vorausgesetzt man wirtschaftet dann auch noch in den folgenden Jahren sparsam. Dann, so haben die Finanzleute hochgerechnet, könnte der neue Kreis Göttingen bereits im Jahre 2019 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Der Weg ist also der richtige. Vorausgesetzt, der Göttinger Kreistag stimmt am 6. März entsprechend ab, der Osteröder am 11. März. Zur Einstimmgung der Sozialdemokraten vor Ort, also im Unterbezirk Göttingen, wird es dazu am 1. März einen Sonderparteitag geben. Einziger Tagesordnungspunkt: die geplante Fusion. Und wenn dann noch das Land ja sagt – was es eigentlich zugesagt hat – wäre der Weg zu einer freiwilligen Kreisfusion frei. Ein Weg, der bisher noch nirgendwo eingeschlagen worden ist. Was für den Vordenker und Planer, den Göttinger Landrat Bernhard Reuter (früher Landrat von Osterode übrigens) ein Grund zum Feiern wäre.

Beamtendeutsch

Dann hätte er vielleicht auch wieder Zeit für andere Dinge. Solche, die uns so täglich umtreiben etwa wie das so gerne zitierte Beamtendeutsch. Das jüngste Lieblingsbeispiel meines Kollegen Ulrich Schubert stammt aus einem Projekt, das sich „BildungsKreise Südniedersachsen“ nennt. Es soll der Weiterbildung der „451 tariflich Beschäftigten der drei Landkreisverwaltungen von Göttingen, Northeim und Osterode“ dienen, heißt es in der Projektbeschreibung.

Und jetzt holen Sie bitte tief Luft und lesen die Projektbeschreibung: „Durch die Vernetzung der Kommunen im Rahmen bedarfsorientierter Qualifizierungen und thematischer Transferkreise werden Synergien geschaffen und die jeweiligen Potenziale optimal zusammengeführt. Der modulare Charakter der Qualifizierungen sowie neue methodische Konzepte schaffen den Rahmen zur nachhaltigen Verbesserung und Weiterentwicklung entsprechender Kompetenzen der tariflich Beschäftigten in den Kommunen.“ Alles klar?
Da weiss man wieder einmal, warum es noch Zeitungsredaktionen gibt. Denn dort arbeitet man täglich daran, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, so etwas zu übersetzen.

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Wochenendkolumne

Politiker-Aussagen verblüffen selbst altgediente Journalisten immer wieder aufs Neue. Vergangene Woche war  ich auf Ärger von Seiten der Sozialdemokraten gefasst, weil ich am Beispiel des SPD-Landrates von Northeim, Michael Wickmann, vorgeführt hatte, wohin persönliche Postensuche so führen kann (zum Scheitern einer Kreisfusion beispielsweise).

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