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Grüne Grone: Betreiber des Chemielagers darf kein Gewerbe mehr ausüben

Umweltskandal Grüne Grone: Betreiber des Chemielagers darf kein Gewerbe mehr ausüben

Nach mehreren Umweltskandalen um illegale Chemielager in Göttingen will die Stadt Einbeck dem 42-Jährigen aus Einbeck jetzt die Gewerbeausübung untersagen.

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Nach dem Brand in einem Chemikalienlager hatte sich die angrenzende Grone grün verfärbt.

Quelle: dpa

Die Verbotsverfügung werde in diesen Tagen auf den Weg gebracht, teilte die Stadtverwaltung am Montag auf Anfrage mit. Der 42-Jährige dürfe dann kein Gewerbe mehr ausüben, das sich mit der Verwertung von Chemikalien beschäftige, weder als Unternehmer noch als Angestellter.

Der Chemiker war erstmals 2007 in die Schlagzeilen geraten, weil er in einer Halle in Fredelsloh ohne Genehmigung zig Tonnen hoch giftige, explosive und hoch entzündliche Stoffe und Sonderabfälle gelagert hatte. Nachdem die Behörden auf die erhebliche Umweltgefährdung aufmerksam geworden waren, hatten sie die Halle im Wege der Ersatzvornahme räumen lassen und dem Chemiker die Entsorgungskosten von knapp einer Million Euro in Rechnung gestellt.

Nach Angaben hatte des Gewerbeaufsichtsamtes zahlte er jedoch nur einen unbeachtlichen Betrag zurück. Da seine Recyclingfirma inzwischen insolvent war, konnte die Behörde auch keine Zwangsvollstreckung vornehmen.

Eine erste Verurteilung durch das Amtsgericht Northeim, das ihm eine Geldstrafe von 24000 Euro aufbrummte, zeigte offenbar keine Wirkung. Der Chemiker mietete wieder eine Halle an, diesmal privat in Göttingen. Dort hortete er erneut ohne Wissen der Behörden große Mengen an Chemikalien.

Im März vergangenen Jahres kam es zum nächsten Umweltskandal: Die Halle geriet in Brand, mit dem Löschwasser gelangten Schwermetalle und PCB bis in die Leine. Das Amtsgericht Göttingen verurteilte ihn deshalb vor einigen Tagen zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Als Auflage muss er 10000 Euro zahlen. Von der Erteilung eines Berufsverbots sah das Gericht ab.

In der Verhandlung zeigte der Angeklagte wenig Unrechtsbewusstsein und Einsicht. Besonders übel nahm ihm das Gericht sein Verhalten nach dem Brand: Er hatte die eingesetzten Feuerwehrleute darüber im Unklaren gelassen, welche gefährlichen Stoffe in der Halle gelagert waren.

Die Stadt Göttingen hatte nach dem Brand ein Spezialunternehmen mit der Räumung beauftragt. Einen Teil der Chemikalien, die als Wertstoffe und nicht als Abfall einzustufen sind, hatte man dem 42-Jährigen jedoch wieder aushändigen müssen. Wo diese Chemikalien geblieben sind, darüber konnte bislang keine Behörde Auskunft geben.

Anlass für das Gewerbeuntersagungsverfahren war ein weiteres Chemielager an seinem Wohnsitz in Einbeck. Nach dem Brand in Göttingen stießen die Ermittler darauf, dass er dort in einer Garage ebenfalls zahlreiche Chemikalien deponiert hatte. Dies sei in einem reinen Wohngebiet nicht zulässig.

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Eiertanz nennt der Volksmund das Verhalten: erst Abstreiten jeder Verantwortung, dann Verhandeln über eine Höchststrafe, darauf eine kalkuliert wirkende Entschuldigung samt Geständnis. Am Ende mit dem letzten Wort doch wieder ein Relativierungsversuch und ein Jammern darüber, dass ja auch er einen Schaden hatte.

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