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Grüne Welle wird grüner

Ampelschaltung Grüne Welle wird grüner

Die Göttinger Stadtverwaltung hat Änderungen an den Ampelschaltungen im Stadtgebiet vorgenommen. Das Ergebnis: Die Grüne Welle läuft trotz einer stärkeren Bevorrechtigung des Busverkehrs offenbar auch für den restlichen Verkehr in verschiedenen Bereichen besser als zuvor.

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Die Grüne Welle in Göttingen läuft reibungsloser.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. Das haben auch Tageblatt-Leser festgestellt. Zum Beispiel Manfred Arnhold aus der Gemeinde Gleichen, der sich in der vergangenen Woche von einem „freudigen Ereignis“ überrascht sah: „Ich war mit meinem Auto unterwegs und konnte von der Berliner Straße am Gericht über die Bürgerstraße bis in die Reinhäuser Landstraße die grüne Welle geniessen“, schreibt Arnhold. „Das habe ich in vielen Jahren - oder auch Jahrzehnten - nicht erleben dürfen.“

Nach leidvollen Erfahrungen der vergangenen Jahre kann sich der „Grüne-Welle“-Genießer eine Portion Sarkasmus nicht verkneifen: „War das Sabotage, oder haben die Verkehrsverhinderer einen Fehler begangen? Falls diese Steuerung so bleiben sollte, werden die Göttinger Feinstaub und Abgase vermissen.“

Beschleunigungen für Busse werden fortgesetzt

Weder Sabotage noch Fehler, meint die Stadtverwaltung. In den vergangenen Wochen, erläutert Verwaltungssprecher Detlef Johannson, seien „die Tests zur Inbetriebnahme an den Anlagen der ÖPNV-Beschleunigungsstufe 1.2 abgeschlossen worden“. Die Anlagen zur Beschleunigung des Busverkehrs liefen nun alle in den geplanten Signalprogrammen.

Wenn die Busse besser durchkommen, läuft auch der übrige Verkehr reibungsloser. Weitere Anpassungen zur Beschleunigung der Busse werden aber fortgesetzt, kündigt Johannson an: „Im Oktober gibt es noch vereinzelte Änderungen an einigen Fußgängerschaltungen. Hier sollen die unterschiedlichen Freigabezeiten für die jeweiligen Furten angepasst werden.“ Diese Schaltungen hätten in der Vergangenheit bisweilen für Verwirrung gesorgt. „Diese Anpassungen“, erklärt Johannson, „haben aber keinen Einfluss mehr auf die Grüne Welle.“

Ziel der auf mehrere Jahre angelegten Maßnahmen ist nach Angaben von Stadtbaurat und Baudezernent Thomas Dienberg die Beschleunigung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Sie seien ein Teil des Klimaplans Verkehr der Stadt. Dazu sollen alle 85 Ampelanlagen im Stadtgebiet bis zum Jahr 2019 umgebaut sein. An den Ampelmasten werden dabei neue Steuergeräte eingebaut, die sich bei Bedarf zentral regeln ließen und die über integrierte Videodetektoren verfügen.

Die bedingte Bevorrechtigung von Bussen wirke sich auch auf die grüne Welle des Individualverkehrs aus, erklärt die Stadtverwaltung – aber offenbar nicht (nur) negativ. Verbesserungen sind jedenfalls nicht nur auf der Berliner Straße und Bürgerstraße zu beobachten, sondern auch auch auf der Groner Landstraße ab der Otto-Frey-Brücke und der Kasseler Landstraße. Dort läuft der Verkehr seit einigen Wochen in beiden Richtungen flüssiger. Während der Umbauphase hatte es auf dieser Strecke erhebliche Probleme mit langen Staus gegeben. Nach wie vor weniger zufriedenstellend funktioniert die Grüne Welle auf der Groner Landstraße von der Bürgerstraße bis zur Ott-Frey-Brücke.

Beim Umbau wurden zudem Unfallschwerpunkte berücksichtigt - beispielsweise, indem auf separate Linksabbieger-Schaltungen umgestellt wurde. Die Ampelanlagen werden außerdem von der bisherigen Festzeitsteuerung auf eine flexible, verkehrsabhängige Steuerung umgestellt.

Zuletzt wurden 21 Anlagen entlang der Weender Landstraße und Hannoverschen Straße, am Max-Born-Ring, an Hildebrandstraße und Maschmühlenweg sowie an der Groner Landstraße und Kasseler Landstraße erneuert. Das Projekt ÖPNV-Beschleunigung hat ein Investitionsvolumen von etwa fünf Millionen Euro und wird zu 75 Prozent gefördert.

Mit den bisherigen Maßnahmen ist aber ein Ziel der Grünen im Rat der Stadt offenbar nicht erreicht worden: Sabine Morgenroth, Vorsitzende des städtischen Mobilitätsausschusses, hatte bei der Vorstellung der neuen Technik noch gehofft, mit der Umrüstung lasse sich der „Individualverkehr zugunsten des Umweltverbundes zurückdrängen“.

Von Matthias Heinzel

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