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Grüne fordern Tempo 40 auf Hauptverkehrswegen

Kritik von CDU, FDP und SPD Grüne fordern Tempo 40 auf Hauptverkehrswegen

Rund 25 000 Menschen leiden in Göttingen unter Verkehrslärm. Zu viele, meinen nicht nur die Grünen im Rat der Stadt Göttingen. Um schnelle Abhilfe zu schaffen, fordern sie, als Höchstgeschwindigkeit Tempo 40 auf den Hauptverkehrsstraßen im Stadtgebiet einzuführen.

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Auf der Kasseler Landstraße gilt Tempo 60: Wenn es nach den Grünen ginge, dürfte man hier bald nur noch mit Tempo 40 fahren.

Quelle: JV

Göttingen. „Geschwindigkeitsreduzierungen sind kurzfristig umzusetzen, vermindern die Gefahr schwerer Unfälle erheblich und sind deutlich günstiger als technische Lärmschutzmaßnahmen“, erklärt Ulrich Holefleisch, Mitglied der Grünen im Bauausschuss, in einer Presseerklärung.

„Uns war schon immer rätselhaft, warum andere es für zwingend erforderlich halten, den Verkehr im Stadtgebiet mit Tempo 60 durch bewohnte Straßen zu lenken.“

Vor allem auf der Kasseler Landstraße, der B 27, aber auch auf anderen stark durch Lärm belasteten Straßen müssten die Geschwindigkeitsbegrenzungen überdacht werden. „Die gesundheitlichen Schäden durch Verkehrslärm und die volkswirtschaftlichen Kosten zu hoch angesetzter Tempolimits sind nicht länger hinnehmbar“, so Holefleisch. Daher forderten die Grünen „einen Modellversuch Tempo 40 für das Vorrangnetz der Stadt“. Daneben müssten der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und Radverkehr gefördert werden.

„Der Erfolg einer konstanten Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 40 ist bei den Piraten sehr umstritten“, sagt Martin Rieth, Vorsitzender der Ratsfraktion der Piraten. „Nicht umstritten hingegen ist, dass die erst kürzlich durchgeführten Preiserhöhungen des ÖPNV kontraproduktiv sind bei dem Versuch, Bürger zu motivieren, auf das Auto zu verzichten und mit dem Bus zu fahren. Es muss Aufgabe der Politik sein, dass das Fahren mit Bus und Bahn die günstigste Alternative ist.“

Kritik kommt von der CDU/FDP-Gruppe im Rat. „Die  Lärmproblematik, die an den Hauptverkehrsadern und deren Umfeld in den letzten Jahrzehnten immer stärker angewachsen ist, lässt sich nicht mit einem einfachen Trick erledigen, sondern bedarf genauer Prüfung und eines ganzen Bündels von gut aufeinander abgestimmten Maßnahmen“, sagt Holger Welskop (CDU). Ohnehin könnten wegen „der engen Fahrzeugabstände bei Tempo 60 mehr Fahrzeuge passieren als bei Tempo 30 oder 40“.

„Nicht durchdacht“ nennt Bauausschussvorsitzender Christian Henze (SPD) die Forderung der Grünen. Viele Schilder müssten ausgetauscht, das Grüne-Welle-System umgestellt werden. Das sei zu viel Aufwand. Zudem habe ein Planungsbüro im Bauausschuss erst 2011 vorgerechnet, „dass Tempo 50 ideal für einen stetigen Verkehrsfluss ist“. Tempo 40 hingegen sorge für mehr Stau. „Dennoch müssen wir schauen, wie wir die Lärmbelastung in den Griff kriegen.“

Eine Reduzierung des Tempolimits von 50 auf 40 habe kaum Auswirkungen, erklärt Mirco Bachmeier von der Lärmkontor GmbH, die für die Stadt Göttingen eine Lärmkartierung erstellt hat. Das Tempolimit von 60 auf 40 zu senken, sei hingegen als Einzelmaßnahme durchaus sinnvoll. Viel besser sei es jedoch, eine Summe von Maßnahmen gegen Verkehrslärm auf den Weg zu bringen. Nur so könne eine deutliche Entlastung erzielt werden.

„Es gibt ganz gewiss eine Reihe guter Vorschläge zur Bekämpfung des Verkehrslärms“, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. Man werde jetzt aber erst einmal die Auswertung der Lärmkartierung abwarten.

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Modellversuch
Kasseler Landstraße in Göttingen: Gilt hier künftig Tempo 30?

Ginge es nach der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, würde in absehbarer Zukunft der Verkehr nur noch mit 30 statt mit 50 oder 60 Stundenkilometern durch sämtliche Straßen der Stadt Göttingen fahren – als Grundlage für einen wissenschaftlich begleiteten Modellversuch. Ein Antrag soll während der Ratssitzung am 15. Februar eingebracht werden.

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