Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Gruselkrimi mit Klimbim-Star Ingrid Steeger

Hörspielaufnahmen in Göttingen Gruselkrimi mit Klimbim-Star Ingrid Steeger

Schwere Zeiten hatte Ingrid Steeger (63) in den vergangenen Jahren durchzustehen. 2010 musste die Schauspielerin, die in den 70er Jahren in der Fernsehkomödie Klimbim als erotischste Ulknudel der Nation Erfolge feierte, sogar Hartz IV beantragen. Bei einem Produktionstermin in Göttingen sprüht die gebürtige Berlinerin, die seit Januar in Kassel lebt, wieder vor guter Laune.

Voriger Artikel
Meller: „Jetzt Jod-Tabletten einzunehmen, ist völlig sinnlos“
Nächster Artikel
Fukushima, Grohnde, Tokio, Göttingen

Am Mikro kommt es nur auf die Stimme an: Für die Fotoaufnahmen griff Ingrid Steeger dann doch tief in den Schminkkoffer.

Quelle: CH

„Die Leute haben mich auf der Straße in den Arm genommen“ erzählt Steeger. Die Bild-Zeitung hatte sie als Hartz-IV-Empfängerin geoutet. „Freiwillig wäre ich nicht in die Öffentlichkeit gegangen“, meint die Schauspielerin. Aber die Zeitung hätte bereits alles gewusst. Immerhin sei der Journalist, der sie dann besucht habe, „nett und jung“ gewesen und sein Artikel fair. Die Schauspielerin ist sich sicher: „Die können nicht böse über mich schreiben. Die Menschen lieben mich. Ich bin Kult geworden.“

Noch heute wird sie auf der Straße erkannt. Wildfremde Menschen beginnen ihren Song von damals zu singen: „Dann mach’ ich mir nen Schlitz ins Kleid und find’ es wunderbar“. Hohe Bekanntheit ist das eine, Rechtsanwälte und Steuerberater das andere. Immer wieder, so Steeger, sei sie übers Ohr gehauen worden. Bei einer Betriebsprüfung des Finanzamtes hätte sie keine Belege vorlegen können. Sie seien der Steuerberaterin aus dem Auto gestohlen worden. Die Beamten schätzten Einnahmen und Ausgaben. Die Nachzahlungsforderung sei so hoch gewesen, dass sie ihre Lebensversicherung habe auflösen müssen.
Auch Aufträge kamen nicht mehr so viele herein. Hinzu kam Steegers turbulentes Privatleben. Bei der Partnerwahl traf sie nicht immer glückliche Entscheidungen. Der Bild-Zeitungsbericht erwies sich im Nachhinein als Segen. Plötzlich war sie wieder im Gespräch. Das Fernsehen lud sie zu Talkshows ein. „Alle wollten mir helfen“, freut sich Steeger. Sie bekam Rollen angeboten. Seit vergangenem Dezember verdient sie wieder genug.

Derzeit hat sie ein Engagement bei der Komödie Kassel. Das Stück „Jackpot“ kommt beim Publikum gut an. „Die Veranstaltungen sind ausverkauft“, berichtet die Schauspielerin. Das Theater schenkt ihr zur Belohnung zu ihrem Geburtstag am 1. April einen Yorkshire-Terrier. „Die Leute hielten mein Geburtsdatum früher für einen Werbegag“, sagt sie.

Dabei ist sie tatsächlich am 1. April 1947 geboren worden. Die Tochter eines Kaufmanns arbeitete nach der Handelsschule in einem Architektenbüro. Der Fotograf Frank Quade entdeckte sie als Fotomodell. Mit Rollen in freizügigen Filmen fing sie an. Nach ihrer Klimbim-Zeit machte sie sich auch mit seriösen Rollen im Film und am Theater einen Namen.

Auf ihren Hund freut sie sich schon sehr. „Ich hatte schon vier Zwergdackel“, erzählt sie. Ihre Tiere nimmt sie überall mit hin: ins Hotel, in die Künstlergarderobe und einmal sogar auf die Bühne. Letzteres gefiel ihr nicht so gut. Das Publikum interessierte sich nämlich plötzlich nicht mehr für die Schauspieler. Als sie in Frankreich lebte, hatte sie auch mal einen schwarzen Riesenschnauzer, den sie Othello taufte. Der kleine Terrier wird Eliza Doolittle heißen, nach dem armen Blumenmädchen aus George Bernard Shaws Schauspiel „Pygmalion“.

Hunde mag Steeger. Sie ist viel unterwegs und hat dann immer jemanden, der bei ihr ist. Mit Männern hat sie dagegen nicht so gute Erfahrungen gemacht. Einige stellte sie in einem Karikaturenband vor. Nun will sie ihre Autobiographie schreiben lassen. Vor einigen Jahren erschien bereits einmal ein Band. „Da habe ich aber vieles nicht preisgegeben“, sagt sie.

In Thomas Körbers Göttinger Tonstudio Sound Design sprach sie eine Rolle in der Gruselkrimi-Reihe Gordon Black. Der Witzenhäuser Sven Schreivogel produziert sie. Ungewohnt war das für die Schauspielerin, aber interessant.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Horrorfilm mit Klimbim-Schauspielerin

Mehr als ein 30 Meter hoher Bergfried ist nicht mehr von der alten Burg erhalten, in der sich einst die Templer verschanzt haben. Bis nach Beyernaumburg an der Autobahn 38 Göttingen – Leipzig reiste Filmemacher Sven Schreivogel (40), der seit 2009 für seinen Mystery-Thriller „Die unheimliche Erbschaft“ über die Templer recherchiert. Gedreht wird auch in Göttingen, eine Darstellerin ist Ingrid Steeger.

mehr
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt